Brisantes Spitzenspiel
BVB startet letzten Angriff auf Leipzig

Verkehrte Fußball-Welt. Anders als vor der Saison erwartet, sind nicht die Dortmunder, sondern die Leipziger erster Bayern-Verfolger. Das wurmt die BVB-Vereinsführung gewaltig. Es zählt nur der Sieg.
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DortmundSportlich brisant, ideologisch aufgeladen - das erste Gastspiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund steht unter besonderen Vorzeichen. Angesichts des bereits auf elf Punkte angewachsenen Rückstands wird das Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) für den schwächelnden Traditionsclub zum wohl letzten Versuch, den verblüffend starken und in der Revierstadt besonders ungeliebten Aufsteiger anzugreifen. Voller Sorge, dass diese Kluft weiter anwächst, nahm BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Profis in die Pflicht: „Ich erwarte eine massive Leistungssteigerung.“ Ähnlich sieht es Abwehrmann Sokratis: „Wir müssen viel, viel besser spielen.“

Ein Erfolgserlebnis tut not. Schließlich geriet der BVB zuletzt gleich mehrfach in unliebsame Schlagzeilen. Die Diskussion um die Rolle von Trainer Thomas Tuchel beim Wintertransfers von Alexander Isak und die jüngsten Äußerungen von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zu einem möglichen Vereinswechsel im Sommer sorgten beim in dieser Saison ohnehin unruhigen Tabellenvierten für Störgeräusche. Ein Geheimtraining sollte helfen, sich mit aller Akribie und Ruhe auf die Partie vorzubereiten. Es passte ins Bild, dass Medienvertreter erstmals gebeten wurden, den am Trainingsgelände gelegenen sogenannten „Spion-Hügel“ zu verlassen.

Die lange Vorgeschichte erhöht den Reiz der Partie. So bemühten sich die Leipziger vergeblich, den heutigen BVB-Coach Thomas Tuchel nach seinem Aus in Mainz 2014 zu verpflichten. Darüber hinaus trat Hans-Joachim Watzke wiederholt als Wortführer gegen den von Unternehmer Dietrich Mateschitz alimentierten Gegner in Erscheinung. Besonders die Aussage des BVB-Geschäftsführers, dass in Leipzig nur Fußball gespielt wird, „um eine Getränkedose zu performen“, blieb in Erinnerung.

All das verstärkt die Angriffslust der Sachsen - auch abseits des Rasens. „Wir sind allein auf weiter Flur, die da vorne an den Bayern dran sind. Wenn es uns nicht gäbe, wäre die Bundesliga wohl schon im März wieder entschieden“, stichelte Ralph Hasenhüttl vor der Reise zum selbsterklärten Bundesliga-Kronprinzen.

Anders als die zuletzt zweimal siegreichen Leipziger wirken die Dortmunder nach vier Unentschieden in den vergangenen fünf Partien verunsichert. Gut möglich, dass Tuchel Veränderungen vornimmt und den zuletzt zum Edelreservisten degradierten Weltmeister Mario Götze erstmals in diesem Jahr in die Startelf beordert.

Es könnte dem BVB zum Vorteil gereichen, dass der Gegner in Timo Werner (Grippe) und Emil Forsberg (Sperre) auf zwei Leistungsträger verzichten muss. Das große Selbstvertrauen beeinträchtigen diese Ausfälle jedoch nicht: „Wir jammern nicht, wir haben bisher immer Lösungen gehabt“, kommentierte Hasenhüttl.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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