Bundesliga
Klopp versus Krise

Der zweite Teil der ersten Englischen Woche ist vom Abstiegskampf geprägt. Besonders stark stehen dabei Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart im Fokus. Aber auch für Paderborn und den HSV ist die Lage prekär.
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DüsseldorfJürgen Klopp und Huub Stevens haben es längst erkannt. Der Kampf gegen die drohende Zweitklassigkeit bedeutet fighten, den Gegner niederringen, Abkehr vom Champagner-Fußball. „Da muss die B-Note außen vor bleiben“, umschrieb BVB-Chefcoach Klopp die missliche Lage des Tabellenletzten aus Dortmund.

Die Rollenverteilung ist mehr als ungewohnt. Als Tabellen-Letzter empfängt der gebeutelte BVB den zum Europa-League-Kandidaten aufgestiegenen FC Augsburg. Klopp setzt zunächst auf Kampf und Ergebnisfußball - und verlangt eine Wagenburgmentalität.

Die Abkehr vom Champagner-Fußballer ist für Jürgen Klopp kein dauerhafter Paradigmenwechsel. Aber in der gegenwärtigen Situation favorisiert der Trainer von Borussia Dortmund Tugenden wie Kampf und Einsatzbereitschaft, eine stabile Grundordnung und Defensive.

Auch im ersten Heimspiel des Jahres an diesem Mittwoch (20.00 Uhr) gegen den FC Augsburg will sich der Fußball-Lehrer nicht von der seiner Ansicht nach unangemessen hohen Erwartungshaltung treiben lassen. „Wichtig ist, dass wir eine Wagenburg um uns herum bauen. Wir müssen diese Liga halten, das werden wir tun. Nichts anderes zählt“, sagte Klopp vor dem Duell mit dem Tabellen-Fünften.

Die öffentliche Kritik an der wenig ansehnlichen Vorstellung, mit der sein Team beim 0:0 in Leverkusen einen Punkt ergatterte, schmeckt Klopp nicht. „Wenn man zu großen Schritten noch nicht in der Lage ist, muss man kleine machen“, verteidigte der Coach vehement die momentane Spielweise.

So dürfte Klopp die Meinung des Kollegen Markus Weinzierl vor dem Gastspiel im Signal Iduna Park gar nicht gefallen. Denn der Augsburger Trainer hält an der eigenen Außenseiterrolle fest. „Das ist eine kuriose Situation“, sagte Weinzierl am Dienstag: „Es spielt der Tabellenfünfte beim 18., und der 18. ist in diesem Spiel sicherlich der Favorit.“ Der Coach sieht „viel Brisanz“ in der Partie und findet: „Dortmund muss gewinnen.“

Klopps Plan ist klar und verständlich. Der Tabellenletzte will sich zunächst Stück für Stück Luft verschaffen im Abstiegskampf, um über kleine Erfolgserlebnisse irgendwann die Sicherheit und Leichtigkeit früherer Jahre zurückzugewinnen. „Es ist bei uns eine Frage der Geduld. Denn Selbstvertrauen kann man sich nicht in der Vorbereitung holen“, erläuterte der Trainer.

Aus der Partie bei Bayer nimmt Klopp das Positive mit. „Das zu Null in Leverkusen war ein großer Schritt nach vorne. Insgesamt war das eine sehr stabile Formation. Unser Spiel war sicherlich nicht perfekt, aber es war eine große Bereitschaft für unsere Situation da.“

Es gehe „einzig und allein darum, zu punkten und so schnell wie möglich die Abstiegsränge zu verlassen“, sagt auch Roman Weidenfeller. Zwar sei es eine schwierige Phase, gab der Torhüter zu. Aber in der Saison 2006/2007 sei es noch kritischer gewesen. „Damals standen wir am 27. Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz“, erinnerte Weidenfeller. „Damals haben wir es gemeinsam gemeistert und jetzt werden wir es auch schaffen.“

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