Bundesliga
Puma wird Ausrüster in Gladbach

Die Marke mit dem Raubtier-Logo kehrt zurück nach Mönchengladbach. Die Herzogenauracher werden zur übernächsten Saison Trikotausrüster der Borussia. Das ist nicht der einzige Deal, den das Label zu verkünden hat.
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MünchenDrei Jahrzehnte lang lief Borussia Mönchengladbach in Trikots von Puma auf. Von 1962 bis 1992 holten die Fohlen in den Leibchen mit dem Raubtierlogo so ziemlich jeden Titel, den es im europäischen Fußball zu gewinnen gab. Es waren goldene Zeiten am Niederrhein.

Auf die hoffen beide Partner jetzt vermutlich wieder. Denn Anfang kommender Woche werden Puma und Borussia Mönchengladbach einen neuen Deal verkünden. Darauf deutet eine Einladung des Bundesligisten zu einer Pressekonferenz hin, auf der ein neuer strategischer Partner präsentiert werden soll. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um den Turnschuh-Hersteller aus Herzogenaurach. Derzeit rüstet der italienische Wettbewerber Kappa das Team aus. Dessen Vertrag läuft noch die kommende Saison, dann übernehmen die Franken.

Puma konzentriert sich schon seit einiger Zeit auf wenige, aber dafür international aussichtsreiche Clubs. Deshalb lassen die Herzogenauracher ihr Sponsoring von Zweitligist Fortuna Düsseldorf zum Saisonende auslaufen. Wichtigster deutscher Verein im Portfolio ist Borussia Dortmund. In England rüstet das Label den Londoner Club Arsenal FC aus sowie Meister Leicester City. Gerade Leicester erwies sich in der vergangen Saison als Glückstreffer.

Ein Puma-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Engagement in Gladbach äußern. Puma hat Nachholbedarf im Fußball, die großen Konkurrenten Adidas und Nike dominieren. Die Marke hatte sich seit Mitte der 90er-Jahre auf Lifestyle konzentriert und die Sportler aus den Augen verloren. Das ging lange gut, doch Anfang des Jahrzehnts brach das Geschäft ein. Der seit vier Jahren amtierende Vorstandschef Björn Gulden will Puma jetzt wieder einen Platz auf dem Spielfeld sichern.

Denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Während die Offensive des US-Sportartikelherstellers Under Armour in Europa mangels williger Partner an Schwung verliert, versuchen kleinere Hersteller wie Macron oder Joma sich an die aufgrund ihrer Popularität begehrte Bundesliga heranzupirschen.

Puma engagiert sich allerdings nicht nur in der Bundesliga. Die Marke wird künftig auch die Spieler des französischen Erstligisten Olympique Marseille einkleiden. Das ist für Puma ein besonderes Erfolgserlebnis, spielte das Team doch zwei Jahrzehnte lang in Leibchen des Erzrivalen Adidas. Die ehemaligen Adidas-Chefs Bernard Tapie und Robert Louis-Dreyfus führten einst den Verein. Puma soll dort 14 Millionen Euro pro Saison auf den Tisch legen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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