Bundestrainer braucht Bedenktzeit
Klinsmann-Zukunft beim DFB weiter offen

Nach der Halbfinal-Niederlage gegen Italien ist die Zukunft von Jürgen Klinsmann beim DFB weiter offen. "Ich weiß es wirklich noch nicht und verschwende daran im Moment auch keinen Gedanken", sagte der Bundestrainer.

Die ersten Worte, die Jürgen Klinsmann im Anschluss an die bittere Halbfinal-Niederlage gegen Italien an die Öffentlichkeit richtete, klagen verdächtig nach Abschied: "Eine Bilanz können wir in der nächsten Woche ziehen - wer es auch immer machen möchte", sagte der Bundestrainer und vermittelte nach dem 0:2 n.V. kurz den Eindruck, als würde er auf ein Fazit keine große Lust mehr verspüren.

Daraus Schlüsse auf die Zukunft von Klinsmann zu ziehen, hielt Oliver Bierhoff am Mittwoch nicht für angebracht. Man dürfe das nicht überinterpretieren. Dennoch konnte auch der DFB-Teammanager wenig Neues zur Diskussion um den Bundestrainer beitragen. Er konnte lediglich wie zuvor schon Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger oder die Spieler seinem Wunsch noch einmal Nachdruck verleihen, "dass Jürgen weitermacht".

Klinsmann selbst hält Fußball-Deutschland jedoch weiter hin. Fragen nach seiner Zukunft erachtete der 41-Jährige als "im Moment absolut unwichtig. Ich weiß es wirklich noch nicht, und ich verschwende daran im Moment auch überhaupt keinen Gedanken." Vielmehr wolle er nach dem Turnier im Urlaub erst einmal in sich gehen, alles sacken lassen, mit Frau und Familie reden, "und dann wird irgendwann eine Entscheidung fallen".

Trainer-Entscheidung bis 16. August

Klar ist bisher nur, dass diese Entscheidung vor dem Länderspiel am 16. August in Gelsenkirchen gegen Schweden fallen wird und muss. Doch bis dahin wird Klinsmann von allen Seiten in Watte gepackt. "Wir wünschen uns auch, dass er frühzeitig eine Antwort gibt, aber jetzt Druck auf ihn auszuüben, ist der falsche Weg. Jetzt haben wir die positive Rückmeldung nicht nur von den Fans, sondern auch vom DFB. Da gibt es, glaube ich, keinen mehr, der nicht hinter ihm steht", sagte Bierhoff.

Auch der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger verdeutlichte am Mittwoch auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid), "dass es überhaupt keinen Druck gibt. Er hat das Recht und auch die Zeit, sich mit seiner Familie und Freunden auszutauschen." Der Arbeitskreis Nationalmannschaft, dem neben Zwanziger auch DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, Liga-Präsident Werner Hackmann und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder angehören, werde sich "zu gegebener Zeit über dieses Thema unterhalten." In diese Gespräche sei auch Bierhoff involviert.

Zwanziger will "alles tun, um Klinsmann zu halten"

Zwanziger machte aber noch einmal deutlich, "dass wir alles tun werden, um ihn zu halten. Ich mache mir keine Gedanken über eine Alternative." Ein konkretes Vertragsangebot hat es laut Mayer-Vorfelder bisher jedoch noch nicht gegeben. Zuletzt war von einer Mindestvertragsdauer bis zur Euro 2008 die Rede. Zudem soll es keine Einschnitte im kostenintensiven Stab der DFB-Auswahl geben. Selbst die Debatte um den Wohnort hat sich erledigt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%