BVB
Dortmund auf der Suche nach Antworten

Nach der Explosion von Sprengsätzen in der Nähe des Mannschaftsbusses von Borussia Dortmund laufen die Ermittlungen: Die Polizei gibt auf einer Pressekonferenz erste Informationen zur Tat. Doch vieles ist noch ungeklärt.
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DüsseldorfViel konnten Polizei, Staatsanwaltschaft und der BVB nicht sagen, und doch wollten sie mit ihren ersten Erkenntnissen am Dienstag noch um 23 Uhr an die Öffentlichkeit gehen. Die drei Sprengsätze, die nach der Abfahrt des Mannschaftsbusses explodierten, seien nach Einschätzung der Polizei "ein gezielter Angriff" gewesen.

Auch ein Bekennerschreiben wurde gefunden. Derzeit werde dessen Echtheit geprüft, betonte Staatsanwältin Sandra Lücke. Über den Inhalt wollte sie jedoch keine Angaben machen. Ein Journalist wollte wissen, in welchen Sprachen der Brief verfasst worden sei, auch dazu sagte sie nichts.

Marc Bartra wurde noch am Abend operiert

Während der Verein und die Behörden die Medien informieren, wurde BVB-Verteidiger Marc Bartra operiert. Er habe eine "gebrochene Speiche im rechten Handgelenk und diverse Fremdkörpereinsprengungen", teilte Vereinssprecher Sascha Fligge mit. Zunächst hieß es, Bartra sei nur leicht verletzt worden. Das sei im Laufe des Abends jedoch auf eine schwere Verletzung hochgestuft worden, stellte die Polizei klar.

Bei der Attacke ist auch ein Polizist verletzt worden. Der Mann fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen sagte. Bei den drei Explosionen habe der Polizist ein Knalltrauma und einen Schock erlitten.

Wie die Mannschaft die Explosion erlebte, schilderte der BVB-Sprecher so: Kapitän Marcel Schmelzer habe zunächst gedacht, jemand hätte einen Stein in die Scheibe geworfen. Dann jedoch sei schnell klar geworden, wie ernst die Lage war, auch weil Bartra ernsthaft verletzt war. "Manche haben sich auf den Boden geworfen, andere haben sich geduckt", sagt Fligge. "Alle waren total schockiert." Sven Bender habe aus dem Fenster geschaut und "eine der Detonationen wahrgenommen", so Fligge. Dann habe er dem Busfahrer gesagt, er solle "möglichst schnell weiterfahren."

Spürhunde und Sprengstoff-Experten waren im Einsatz, auch aus der Luft suchte die Polizei nach weiteren Sprengsätzen. Rund um das Spiel, das bereits am Mittwoch nachgeholt wird, soll die Sicherheit erhöht werden, sagte Polizeipräsident Gregor Lange. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht klar, was die konkreten Hintergründe sind." Neue Antworten könnte es schon im Laufe des Mittwochs geben.

Der BVB erhielt Solidaritätsbekundungen aus der Sportwelt und der Politik. „Meine Gedanken sind bei der Mannschaft“, wurde Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am Abend über den Twitter-Account seines Ministeriums zitiert. „Jetzt gilt es die Hintergründe aufzuklären. Ich hoffe, dass morgen wieder der Fußball im Mittelpunkt steht.“

Die Polizei wird für das Nachholspiel verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. „Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel morgen sicher ablaufen kann“, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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