Championsleague Viertelfinale
Sieg über Bayern soll in Mailand eine neue Ära einläuten

In der italienischen Serie A dümpelt der AC Mailand weit abgeschlagen im Tabellenmittelfeld – und das nicht allein wegen der acht Strafpunkte, die dem Verein nach der Verwicklung in den Korruptionsskandal verordnet wurden. Präsident Silvio Berlusconi glaubt dennoch längst wieder an ein strahlendes Milan. Und nicht nur er ist optimistisch.

BERLIN. Es klingt fast ein wenig wehmütig, wenn Karl-Heinz Rummenigge im Gespräch mit dem Handelsblatt wiederholt, dass es kein deutscher Verein in den kommenden zehn Jahren in das Finale der Champions League schaffen werde. Aber noch schreiben wir das Jahr 2007, und noch hängen die ehrgeizigen Ziele des FC Bayern hoch: „Wir wollen die Champions League gewinnen“, erläutert Rummenigge die Münchner Ambitionen.

Ein Tor gegen den AC Mailand bei der Viertelfinal-Partie am heutigen Dienstag im Giuseppe-Meazza-Stadion brächte die Bayern diesem Ziel ein großes Stück näher. Und die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht: Hatte sich Milan im Achtelfinale gegen Celtic Glasgow doch eher in die nächste Runde gezittert als gespielt (0:0; 0:1 n.V.).

Und auch beim Remis gegen die AS Roma am vergangenen Samstag (1:1) wirkte die Abwehr, deren Durchschnittsalter 36 Jahre beträgt, verwundbar und das viel gepriesene Mittelfeld berechenbar.

Zudem darf Ronaldo, der jüngste Milan-Zugang, in der Königsklasse nicht antreten, weil er bereits für Real Madrid auflief. Deshalb wird Trainer Carlo Ancelotti am heutigen Dienstag Abend vermutlich auf Alberto Gilardino und Filippo Inzaghi als Doppelspitze zurückgreifen. Der 24-jährige Gilardino zeigt auch in seiner zweiten Saison bei Milan eine wechselhafte Leistung. Und der fast zehn Jahre ältere Inzaghi hat seinen Zenit längst überschritten. Im System der Mailänder wirkt er schlicht fehl am Platz.

Und dennoch herrscht in Milanello, dem Trainingszentrum der Rossoneri, Optimismus. Immerhin gelang den Bayern in acht Spielen gegen Milan nur ein einziger Sieg, und der liegt mittlerweile auch schon wieder 17 Jahre zurück. Im vorigen Jahr gab es dann die demütigende 1:4-Packung, mit der die Bayern aus San Siro entlassen wurden – ein Tiefpunkt in der Geschichte des Rekordmeisters, für den sich etliche Spieler gerne revanchieren würden.

Kaká, derzeit der überragende Spieler beim AC, sagt zu diesem Spiel nur: „Das ist längst Geschichte.“ Er sieht, wie auch Ancelotti („Die Bayern sind keine spektakuläre Mannschaft.“), die entscheidende Schwächung der Bayern in der Sperre von Torwart Oliver Kahn wegen seines Urinproben- Black-Outs. AC-Präsident Silvio Berlusconi hält sich hingegen gar nicht erst mit solchen Detailanalysen auf: „Wir sind die Favoriten in der Champions League. Denn von allen Mannschaften im Wettbewerb haben wir die meisten Titel, viel mehr Tradition und die größte Klasse.“

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