Confed Cup
WM-Generalprobe in Südafrika droht Fan-Flop

Stell dir vor es ist Confederations Cup - und in den Fußball-Stadien bleiben tausende Plätze leer. Was vor vier Jahren bei der obligatorischen WM-Generalprobe in Deutschland undenkbar war, droht in Südafrika traurige Realität zu werden. Denn die Ticketnachfrage ist bislang dramatisch schlecht. Die Regierung räumt Versäumnisse bei der Bewerbung des Vorturniers und auch der WM 2010 ein, gibt aber auch den Sponsoren eine Mitschuld.

JOHANNESBURG/DÜSSELDORF. Regierungssprecher Themba Maseko griff am Mittwoch vom Weltfußballverband Fifa geäußerte Bedenken auf, dass die Südafrikaner wenige Monate vor dem Anpfiff des Confederations Cup (14.-28. Juni 2009) zu wenig Begeisterung für das sportliche Großereignis zeigten. Nach einer Kabinettssitzung sagte Maseko: "Die Regierung teilt die Bedenken, dass die Südafrikaner keine Karten kaufen. Ich sehe es im Moment so, dass wir nicht genug Ressourcen einsetzen, um diese beiden wichtigen Veranstaltungen zu bewerben." In den nächsten zwei Wochen würden alle Kommunikations- und Werbestrategien überprüft werden.

Dies habe finanzielle Gründe, liege aber auch an Problemen bei der Planung und Koordination, erklärte Maseko weiter. Auch die Sponsoren selbst hätten eine gewisse Schuld, da sie nicht genug Werbung betrieben. Allerdings würden viele von ihnen in den nächsten Wochen mit ihren Werbekampagnen für die WM starten, so auf Getränkeflaschen.

Die Regierung reagierte damit auf die Klage von Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke, der in Johannesburg erklärt hatte, dass die Stadien für den Cup im Juni zwar bereit seien. Er sei aber dringend mehr Werbung für die beiden Großveranstaltungen notwendig: "Es gibt nichts – nicht mal am Flughafen – das daraufhin deutet, dass dies eine Ausrichter-Stadt für den Confederations Cup ist. Ich habe keine einzige Werbung für den Wettbewerb gesehen. Und auch keine einzige für die WM", sagte Valcke: "Es ist aber unmöglich, die Leute ins Stadion zu bringen, wenn man nicht für den Konföderationen-Pokal wirbt."

Zuvor hatte bereits der Chef des Nationalen Organisationskomitees (NOK), Danny Jordaan, beklagt, dass bisher nur 20 Prozent der Tickets für den Confederations Cup und die WM von Südafrikanern nachgefragt worden seien. Für den Confederations Cup wurden bisher nur 170 000 Karten verkauft worden – 646 000 sind noch zu haben. Bis Dienstag lagen der Fifa insgesamt 506 000 Anträge aus 140 Ländern für WM-Tickets vor. Der offizielle Verkaufsbeginn war am 20. Februar.

Jordaan kritisierte erneut die skeptische Haltung der südafrikanischen Bürger. "Es gibt nur ein Land, das die WM ausrichtet und das ist Südafrika. Und dann sieht man Länder wie Kanada oder Australien, in denen mehr Euphorie herrscht als unter unserer eigenen südafrikanischen Bevölkerung", sagte er: "Und genauso sieht es beim Confed Cup aus."

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