Deloitte Football Finance 2017
Das krasse Gehaltsgefälle im Fußball

Die Gehälter der Profi-Fußballer wachsen zweistellig auf Rekordhochs. In einer Saison fließen in den fünf großen Ligen 8,2 Milliarden Euro an Kicker. Der Beratungskonzern Deloitte über das Gehaltsgefälle im Fußball.
  • 0

DüsseldorfDie Spieler in England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich sind die größten Profiteure des Fußball-Booms in Europa. Die Klubs in den fünf großen Ligen der Welt zahlten in der Saison 2015/16 zehn Prozent mehr an ihre Topkicker. Insgesamt stieg das Gehaltsniveau auf den Rekordwert von 8,2 Milliarden Euro, errechnete der Beratungskonzern Deloitte in der Studie „Annual Review of Football Finance 2017“.

Im Schnitt fließt in den fünf großen Ligen Europa zwischen 50 und 70 Prozent der Klubumsätze als Gehalt an die Spieler, errechnete Deloitte weiter. Die Bundesliga-Klubs fallen hier durch die niedrigste Quote auf, Italien hat den Berechnungen zufolge die höchste. Wie wichtig das kickende Personal ist, zeigt auch diese Zahl: 57 Prozent der Zusatzeinnahmen flossen zuletzt ins Gehalt.

Zwar verdienen Spitzenfußballer in allen fünf Ligen viel mehr als sie im Rest ihres Lebens ausgeben können. Dennoch ragt England in mehrfacher Hinsicht heraus: Die Premier League ist das Gehaltsparadies im Fußball. Mehr als drei Milliarden Euro flossen 2015/16 von den 20 Klubs an ihre gut 1000 Akteure.

Das entspricht absolut einem Anstieg um mehr als 300 Millionen Euro gegenüber der Vorsaison. Noch erstaunlicher ist jedoch dieser Vergleich: Die Gesamtgehaltsumme liegt mindestens doppelt so hoch wie in Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich. Auffällig ist hier: Das Niveau der französischen Liga fällt bereits deutlich ab.

Diese Gehaltslücke erklärt dann auch, warum so viele Topkräfte aus Frankreich im Ausland spielen und diesen Schritt bereits sehr früh gehen. Außerdem verwundert es nicht mehr, dass französische Klubs sportlich in Europa keine Rolle spielen und sich – abgesehen von Paris Saint Germain – auf ihre Rolle als Ausbildungsvereine beschränkt haben.

Kuriosität am Rande: Wie gespalten der französische Markt ist, zeigt auch diese Zahl von Deloitte: Die Gehaltszahlungen des von Scheichs finanzierten Topklubs Paris St. Germain stiegen in der betrachteten Saison um 15 Prozent auf 292 Millionen Euro. Das entspricht fast 30 Prozent der Lohnausgaben der gesamten französischen Liga.

Seite 1:

Das krasse Gehaltsgefälle im Fußball

Seite 2:

Bundesliga schaffte zum dritten Mal den Anti-Rekord

Kommentare zu " Deloitte Football Finance 2017: Das krasse Gehaltsgefälle im Fußball"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%