Fußball
Deutsche Frauen erklimmen den Europameister-Thron

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat zum sechsten Mal den Europameister-Titel gewonnen. Im Finale besiegte die Elf unter letztmaliger Leitung von DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer die Auswahl Norwegens mit 3:1 (2:1).

Deutschlands Fußball-Frauen haben sich im Mutterland des Fußballs zum vierten Mal in Folge die EM-Krone aufgesetzt und ihrer scheidenden Trainerin Tina Theune-Meyer einen "goldenen" Abschied bereitet. Der Titelverteidiger besiegte im Finale der Endrunde im englischen Blackburn Ex-Europameister Norwegen 3:1 (2:1) und wahrte auch in der fünften Turnierpartie seine weiße Weste. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) untermauerte bei heftigem Gewitterregen vor den Augen der Verbandspräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder sowie Theo Zwanziger durch ihren sechsten EM-Titel seit 1984 ihre Ausnahmestellung als Rekord-Europameister.

Theune-Meyer freut sich auf die "Siegerzigarre"

"Ich will zum Abschied noch einmal so richtig feiern, mit der obligatorischen Siegerzigarre und allem", hatte Theune-Meyer bereits vor dem Anpfiff erwartungsfroh angekündigt. Vor 21 105 Zuschauern im altehrwürdigen Ewood Park machten Inka Grings (21.), Renate Lingor (24.) und "Weltfußballerin" Birgit Prinz (63.) bei einem Gegentreffer von Geburtstagskind Dagny Mellgren (41.) den sechsten Sieg im sechsten EM-Finale für den haushohen Wettfavoriten perfekt.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie war die beste in diesem Turnier. Jetzt sehe ich natürlich alles mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber doch mehr mit einem lachenden", meinte "Abgängerin" Theune-Meyer, die nach neun Jahren mit einem WM-Titel (2003) und nunmehr drei EM-Triumphen (zuvor auch 1997 und 2001) ihr Amt als Cheftrainerin an Ex-Nationalspielerin Silvia Neid übergibt.

Im Mittelpunkt der Freudentänze und Jubelgesänge stand nach dem Schlusspfiff "Abgängerin" Theune-Meyer, die nach neun Jahren mit einem WM-Titel (2003) und nunmehr drei EM-Triumphen (zuvor auch 1997 und 2001) ihr Amt als Cheftrainerin an Ex-Nationalspielerin Silvia Neid übergibt. "Das neue Leben wird mir gut tun. Was jetzt kommt, ist ein Traum", meinte die weltweit erfolgreichste Frauenfußball-Trainerin, konnte ihren Wehmut aber nur schwer verbergen.

Inka Grings ebnete den Weg

Knapp zwei Wochen nach dem erfolgreichen Vorrunden-Auftakt gegen die Skandinavierinnen (1:0) tat sich die DFB-Elf im Endspiel zu Beginn sehr schwer. Norwegen spielte taktisch klug und machte die Räume eng. Erst als Britta Carlson im Mittelfeld zunehmend die Initiative übernahm, erspielte sich der Weltmeister ein leichtes Übergewicht. Zwar scheiterte Prinz zunächst noch mit einem Schuss an Norwegens Keeperin Bente Nordby. Doch Sekunden später erzielte Grings mit einem Kopfball die Führung.

Selbst vom einsetzenden Gewitterregen ließen sich die Deutschen, die bis zum Endspiel in vier Spielen nur einen Gegentreffer kassiert hatte, nicht stoppen und legten gegen den geschockten Olympiasieger von 2000 blitzschnell nach. Einen Steilpass der überragenden Carlson schloss Spielmacherin Lingor mit einem erfolgreichen Heber aus elf Metern über die hinauseilende Nordby ab.

Norwegen profitierte jedoch in der Folge von seiner physischen Stärke und schaffte vier Minuten vor der Pause den Anschluss, als Mellgren an DFB-Keeperin Silke Rottenberg vorbei einschob. Danach hatte der Titelverteidiger Glück, dass ein Abseitstor durch Stine Frantzen (43.) nicht anerkannt wurde und Rottenberg nach der Pause zweimal gegen Lise Klaveness (50. und 69.) sowie Mellgren (90.) glänzend parierte.

Deutsche Elf feiert gemeinsam mit unterlegenen Norwegerinnen

Nach dem offiziellen Bankett im Stadion steigt am Abend im Mannschaftshotel die Siegerparty zusammen mit den Norwegerinnen. Am Montagmittag ist nach der Ankunft des Europameisters in Frankfurt am Main ab 12.45 Uhr ein Empfang im Airportcenter geplant.

Auch Mayer-Vorfelder staunte auf der Tribüne über sein Erfolgsteam, das zuletzt 1993 eine EM-Partie verloren hatte (1:3 gegen Dänemark). "Es ist toll, mit welcher Selbstverständlichkeit sie diese Erfolge holen. Was diese Frauen leisten, ist schon etwas ganz Besonderes", lobte "MV" und beurteilte den Rücktritt von Theune-Meyer etwas wehmütig: "Für uns geht da jemand, der an der Spitze der Bewegung stand." Die 51-Jährige, die in 135 Spielen als Cheftrainerin 93 Siege feierte, wird dem DFB allerdings in anderer Funktion erhalten bleiben.

Finnlands Coach Käld: "Sie sind das weltbeste Team"

Selbst die Konkurrenz zog angesichts des insgesamt dritten EM-Finalerfolgs über Norwegen den Hut vor der DFB-Elf. "Sie sind das weltbeste Team und haben die individuell besten Akteurinnen", urteilte Finnlands Coach Michael Käld. Seine Spielerin Anne Mäkinen hatte schon nach der 1:4-Halbfinalniederlage der "Suomis" gegen die Olympia-Dritten von Athen nur schulterzuckend festgestellt: "Das ist manchmal so, als wenn du gegen Männer spielst."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%