DFB-Elf zwischen WM und EM
Der Star ist „Die Mannschaft“

Gegen die stark aufspielenden USA verliert Weltmeister Deutschland zwar. Doch als Werbeveranstaltung ist der Testkick in Köln nahezu ideal. Die gemeinsame Philosophie Löws und Bierhoffs nimmt immer konkretere Züge an.
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KölnEs war ein herrlicher Abend, um eine neue Marke zu präsentieren. Im Kölner Rheinergie-Stadion traf Weltmeister Deutschland am Mittwoch auf die USA. Bei einem Sommerwetter, wie geschnitzt für ein PR-Event, strömten nach schwachem Vorverkauf doch etwa 40.000 Fans in den Müngersdorfer Fußballtempel. Der Großteil der Zuschauer kam, um den ersten Auftritt von „Die Mannschaft“ zu sehen – die Nationalelf formerly known as DFB-Team.

Auch wenn „Die Mannschaft“ am Ende nach einer kraftlosen zweiten Hälfte Jürgen Klinsmanns USA nicht unverdient mit 1:2 (1:1) unterlag, zumindest das Drumherum hätte sich Teammanager Oliver Bierhoff kaum besser wünschen können. Vor der Arena hatten die DFB-Partner eine kleine Fanmeile aufgebaut, die kaum einen Besucher ungebrandet ließ. Meisterstück: Fahrzeug-Sponsor Mercedes stellte zwei weiße Limousinen mit Spielort und Datum zur Verfügung – ideale Fotokulisse für etliche Selfies, die schon vor dem Spiel durch die Sozialen Netze gingen.

Erst am Montag hatte Marketing-Mastermind Bierhoff „Die Mannschaft“ als neue „Bild-und-Wort-Marke“ vorgestellt. Schriftzug und Logo zieren künftig den Teambus, vor dem Anpfiff in Köln gab es eine Choreographie, an deren Ende der Schriftzug eine ganze Stadionkurve ausfüllte.

Es folgte eine spielerisch beeindruckende erste Hälfte, in der gerade Debütant Patrick Herrmann über den Platz wirbelte, als hätte er das neue Mantra bis in die Zehenspitzen verinnerlicht. Die Spieler kommunizierten, kombinierten und halfen, wo Lücken entstanden. Das Kölner Publikum, durch den FC nicht gerade verwöhnt, goutierte den Auftritt schon Mitte der ersten Hälfte mit der ersten La Ola. Ansonsten war's mithin mucksmäuschenstill im weiten Rund.

Als während des Spiels der Stadionsprecher noch erwähnte, dass nun Christoph Kramer für Ilkay Gündogan in „Die Mannschaft“ käme, wäre die Präsentation eigentlich perfekt gewesen. Wäre das DFB-Team nicht nach zahlreichen Wechseln aus dem Tritt gekommen. Am Ende skandierte die Mehrheit der 40.000 Zuschauer „USA, USA“. Von „Der Mannschaft“ sprach nach dem Abpfiff niemand mehr. Auch Joachim Löw auf der anschließenden Pressekonferenz nicht.

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