DFB-Pokal, erste Runde
Bayern in Chemnitz, BVB ohne Dembélé gegen Rielasingen-Arlen

Mit der ersten Runde des DFB-Pokals startet am heutigen Freitag die Pflichtspielsaison für die Bundesligisten. Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen müssen zum Start auswärts gegen vermeintlich leichte Gegner ran.
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Um 19.00 Uhr geht es los: Der Regionalligist TuS Koblenz trifft auf Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga. Die Dresdener gehen mit einem Sieg und einem Unentschieden aus den ersten beiden Pflichtspielen der 2. Bundesliga als Favorit in die Partie. Um 20.45 Uhr starten die Partien Rot-Weiss Essen gegen Borussia Mönchengladbach, Karlsruher SC gegen Bayer Leverkusen und Holstein Kiel gegen Eintracht Braunschweig. Für die Bundesligisten klingt das nach machbaren Aufgaben, doch der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze.

Nach dem Sieg beim Supercup gegen Borussia Dortmund im Elfmeterschießen kann Rekordsieger FC Bayern München am Samstag beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC mit Arjen Robben und David Alaba antreten. „Sie starten nicht, aber in der zweiten Halbzeit können sie spielen“, sagt Trainer Carlo Ancelotti. Die Rückkehr der ersten zwei verletzten Leistungsträger sowie der Gewinn des Supercups und eine komplette Trainingswoche ohne Testspiele haben beim deutschen Fußball-Meister für mehr Zuversicht und Gelassenheit vor dem Saisonstart gesorgt. Ein Sieg in Chemnitz ist für Ancelotti eine Frage der Konzentration. „Der Pokal ist ein wichtiger Wettbewerb für uns“, erklärte der Italiener.

Der amtierende Pokalsieger Dortmund spielt am Samstag um 15.30 Uhr gegen FC Rielasingen-Arlen. Die Schwarz-Gelben verzichten dabei auf Ousmane Dembélé. Der vom FC Barcelona umworbene Flügelspieler ist suspendiert, weil er dem Training ferngeblieben ist. Zudem muss er mit einer hohen Geldstrafe durch den Verein rechnen. Damit der Franzose nach Barcelona ziehen kann, fordert der BVB angeblich eine Ablösesumme von 120 bis 150 Millionen Euro. Für das Spiel am Samstag weicht der Gastgeber aus der Verbandsliga in das Schwarzwald-Stadion des SC Freiburg aus. Der eigene Sportplatz in der Nähe der Schweizer Grenze und des Bodensees bietet nur etwa 1500 Zuschauern Platz. Bei einem kleineren Gegner war ein Umzug nach Singen (5000 Zuschauer) geplant. Für den BVB war Freiburg mit einer Kapazität von 22.000 Zuschauern die einzige echte Option. Dafür nimmt der Dorfclub eine Anreise von rund 100 Kilometern in Kauf.

Das man als Bundesligist auch in der ersten Runde gegen vermeintlich einfache Gegner scheitern kann, musste der Hamburger SV schon am eigenen Leib erfahren. In der Saison 1974/75 verlor der Bundesliga Dino mit 1:2 gegen Eppingen. In der Saison 1984/85 scheiterten die Hanseaten gegen Geislingen. HSV-Trainer Markus Gisdol will eine erneute Pokalpleite in der ersten Runde unbedingt vermeiden. Um sich nicht in die Karten gucken zu lassen, lässt er die letzten drei Tage vor dem Gastspiel beim Außenseiter VfL Osnabrück am Sonntag geheim trainieren. Der Hamburger Coach fordert von seinen Akteuren „volle Konzentration“ auf das Duell mit dem Außenseiter. „Das Osnabrück-Spiel wird eine sehr schwierige Aufgabe“, meint Gisdol.

Gisdols Vorgehen ist nachvollziehbar. Denn nach einer schwierigen und längst noch nicht abgeschlossenen Kaderbildung sowie zuletzt vier Vorbereitungsspielen ohne Sieg wissen die Hanseaten vor ihrem Pflichtspiel-Debüt nicht, wo sie stehen. Der aus Mönchengladbach geholte Offensiv-Allrounder André Hahn wird vermutlich das einzige neue Gesicht in der Startelf sein. „Für jeden Erstligisten ist es eine undankbare Aufgabe gegen einen Drittligisten zu spielen, der schon länger im Spielrhythmus ist“, warnt Gisdol.

Exakt vier Punktspiele sind die Osnabrücker dem HSV voraus – wenn auch mit bescheidenem Erfolg. Zwei magere Unentschieden und zwei deftige Niederlagen stehen für den Drittliga-19. bisher zu Buche. Die Niedersachsen haben auf ihren Fehlstart reagiert und den Kroaten Adam Susac von Erzgebirge Aue bis 2019 verpflichtet. Ob der Innenverteidiger, der am Freitag erstmals mittrainierte, schon im Pokal-Kader stehen wird, ist offen.

Champions-League-Starter RB Leipzig kann am Sonntag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Sechstligisten Sportfreunde Dorfmerkingen auf einen Einsatz von Mittelfeldspieler Naby Keita hoffen. Der 22-Jährige fehlte zwar am Freitagvormittag beim Mannschaftstraining des Fußball-Bundesligisten. Laut Trainer Ralph Hasenhüttl fühlte er sich unwohl und klagte über leichtes Magengrummeln. Aber bis Sonntag sollte er wieder fit sein.

Gegen den Verbandsligisten wollen die Sachsen von Beginn an zeigen, dass es einen Klassenunterschied gibt und das Weiterkommen außer Frage steht. „Wir wollen das Spiel seriös angehen, die Vorfreude ist riesig. Wir wollen von Beginn an zeigen, dass es keine Zweifel gibt, wer in zweite Runde einzieht“, sagte der neue Kapitän Willi Orban. Fehlen werden den Sachsen definitiv Top-Scorer Emil Forsberg (Angina), Diego Demme (Knie), Bernardo (Sprunggelenk) und Marvin Compper. Abwehr-Routinier Compper wurde am Donnerstag zum zweiten Mal Vater und bekam von Hasenhüttl frei. Der angeschlagene Keeper Yvon Mvogo (Rücken) trainierte am Freitag individuell. Sollte er am Samstag nicht trainieren können, bleibt er zu Hause. Welchen Ersatzkeeper Hasenhüttl dann mitnimmt, will er kurzfristig entscheiden. „Ein Weiterkommen ist Pflicht. Wir wollen ein sehr gutes Spiel machen und viele Tore machen und mit unserer Spielweise begeistern“, sagte Hasenhüttl.

Die letzte Begegnung der ersten Runde bestreiten Montag Hansa Rostock und Hertha BSC Berlin. Für Niklas Stark kommt Einsatz im Pokal aber voraussichtlich noch zu früh. Auf der Torwart-Position will Coach Pal Dardai rotieren. Erstmals seit dem Gewinn des U21-Europameistertitels hat Niklas Stark am Mittwoch bei Hertha BSC wieder am Teamtraining teilgenommen. „Das bringt nichts, er muss die Woche gut trainieren und dann werden wir sehen“, sagte Trainer Pal Dardai nach der Einheit am Mittwochnachmittag. Vielmehr sei das erste Bundesligaspiel am 19. August gegen den VfB Stuttgart „das Ziel“ für den 22-Jährigen, der zuletzt wegen einer Rippenfraktur gefehlt hatte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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