DFB-Pokalfinale
„Wir können es nicht so genießen“

Am Samstag findet im Berliner Olympiastadion das DFB-Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München statt. Der FC Bayern gastiert dort zum sechsten Mal in den vergangenen neun Jahren. Die Frankfurter reisen mit Abstiegssorgen aus der Bundesliga an.

BERLIN. Eigentlich mag Friedhelm Funkel nicht an das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern denken. Viel lieber würde er sich einfach nur auf den FC Bayern freuen. Gegen den Rekordmeister spielt Funkels Mannschaft, Eintracht Frankfurt, am Samstag im Berliner Olympiastadion um den Gewinn des DFB-Pokals. „Eigentlich ist es ein geiles Spiel“, sagt Funkel. Wenn nur der FCK nicht wäre. Schließlich geht es gegen die Pfälzer vier Tage später um den Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse. Ein Sieg und Frankfurt bliebe erstklassig. In erster Linie dafür bezahlen sie Funkel in Frankfurt. Das DFB-Pokalfinale ist die Kür, „der Klassenerhalt ist dreimal wichtiger“, sagt Funkel. Und so hadert er mit dem Termin. „Dadurch hat der Pokal an Stellenwert verloren. Wir können es nicht so genießen, wie wir es verdient hätten.“

Funkel hofft, dass der Glanz des Pokals die Spieler nicht blendet, und natürlich hofft er, dass die Eintracht trotz des ungünstigen Termins bei ihrem sechsten Finale zum fünften Mal den Platz als Sieger verlassen wird. „Es gibt für die Spieler doch keinen größeren Ansporn, als die Bayern vor 75 000 Zuschauern zu schlagen“, sagt Funkel. „Dafür müssen wir einen sehr guten Tag erwischen, die Spieler müssen mit Herz und ohne Angst spielen, ihre wenigen Torchancen nutzen – und wir brauchen einen überragenden Torwart“, so die simple Erfolgsformel des 52-jährigen Trainers. Vor allem aber dürfe sich die Eintracht nicht so viele Fehler erlauben wie beim letzten Aufeinandertreffen gegen die Bayern, das Ballack & Co. 5:2 gewannen.

Die Mannschaftsaufstellung will Funkel erst zwei, drei Stunden vor dem Spiel bekannt geben. „Keiner soll sich sicher fühlen.“ Gesetzt scheint Ioannis Amanatidis. Einst in Stuttgart von Felix Magath aussortiert, hat sich der Grieche mit zehn Saisontoren und vor allem mit seinem Siegtreffer im Pokalhalbfinale gegen Bielefeld längst einen Stammplatz erspielt. In der zuletzt stabilen 4-3-3-Formation soll Amanatidis von Stefan Lexa, Du-Ri Cha oder Markus Weissenberger auf den Außenbahnen flankiert werden. Und mit Daniyel Cimen, Marco Russ und Patrick Ochs dürfen sich gleich drei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs Hoffnung machen, morgen im Olympiastadion dabei zu sein.

Ihr Gegner, der FC Bayern, gastiert dort zum sechsten Mal in den vergangenen neun Jahren. Als erste Mannschaft können es die Münchener schaffen, das Double aus Meisterschaft und Pokal zu verteidigen.

So wie letztes Jahr soll es wieder sein, als „die Atmosphäre in Berlin durch die Kleider ging“, wie Uli Hoeneß das Erlebte beschrieb, nachdem die Mannschaft nach der Meisterschaft gegen Schalke auch den Pokal gewann. Damals war Bayern erster und Schalke Zweiter in der Liga und der Spielausgang offen. Dieses Mal sind die Bayern klarer Favorit, 12,2 zu 10 standen die Quoten gestern für den zwölffachen Pokalsieger. Bei einem Sieg der Frankfurter bekommt man für 10 Euro gar 37,50 Euro zurück. Nach dem Aus in der Champions League gegen den AC Mailand wäre alles andere als ein Sieg der Münchner denn auch eine Überraschung.

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