DFB-Testspiel in Amsterdam
Müde Nullnummer gegen „Oranje“

Mit einer Nullnummer gegen die Niederlande verabschiedet sich die DFB-Elf in die Winterpause. Spielkontrolle statt Ballzauber stand im Regieplan beider Mannschaften. So blieben Torchancen Mangelware.
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AmsterdamMit viel Disziplin und dosierter Offensive hat die Fußball-Nationalmannschaft ihr turbulentes EM-Jahr mit einer soliden Nullnummer in den Niederlanden beendet. Ohne acht Stammkräfte hatte Bundestrainer Joachim Löw seiner jungen Reservisten-Auswahl am Mittwochabend in Amsterdam taktische Kontrolle als oberstes Gebot verordnet. Lohn war das 0:0, das nach dem Schweden-Schock die Defensiv-Diskussion nicht über den Jahreswechsel am Kochen hält. „Wir haben sehr positionstreu gespielt und sehr diszipliniert und das war nach den letzten Ergebnissen wie gegen Schweden das Wichtigste“, lobte Löw.

Vor 51.000 Zuschauern zeigten beide Mannschaften erstaunlich wenig Angriffsleidenschaft - besonders Oranje hatte enorm viel Respekt und wollte die dritte Niederlage innerhalb eines Jahres gegen das DFB-Team unbedingt vermeiden. Das Jahr 2012 wurde von der Löw-Auswahl mit acht Siegen, zwei Remis und vier Niederlagen beendet.

Auch die Spieler waren erleichtert über das zu Null. „Es war sicher kein spektakuläres Spiel. Aber man kann sich in so einem Spiel die Sicherheit wiederholen“, erklärte Mats Hummels. „Wir haben nicht viele Chancen zugelassen und kein Gegentor bekommen, das ist positiv“, stellte Kapitän Philipp Lahm fest. Torhüter Manuel Neuer bemerkte zum Niveau der Partie: „Keine der beiden Mannschaften wollte einen Fehler machen. Deshalb sah es vielleicht etwas zäh aus.“

So viel Improvisationskunst wie in seinem 89. Spiel als Bundestrainer hatte Löw noch nicht aufbringen müssen, doch die aus der Not heraus geborene deutsche Mannschaft bewies hohe taktische Disziplin und imponierte zumindest mit ihrem Teamwork. Angeführt von dem spielfreudigen Marco Reus fand die Elf auch wieder die zuletzt vermisste Balance zwischen Offensive und Defensive.

Eine mutige Entscheidung traf der Bundestrainer mit dem Einsatz des erst am Montag nachnominierten Lewis Holtby auf der Özil-Position im zentralen Mittelfeld. Der etatmäßige U 21-Kapitän steigerte sich nach nervösem Beginn. Nicht minder überraschend kam die Rolle für Mario Götze, der nominell Sturmspitze spielte, aber auch anderswo auf dem Feld auftauchte. Auf der Doppel-Sechs machten Ilkay Gündogan und Lars Bender ihre Sache als Vertreter des Stammduos Schweinsteiger/Khedira erstaunlich gut und ließen Oranje-Spielmacher Rafael van der Vaart wenig Raum. Für die letzten Minuten durfte auch noch Roman Neustädter als 53. Neuling unter Löw Länderspiel-Luft schnuppern.

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Huntelaar nur auf der Bank

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