Die Pressestimmen zur den WM-Partien am 12. Juni
„Weine nicht um mich, Argentinien“

Nach den Viertelfinals am Freitag hat der Sport-Informations-Dienst (sid) die Reaktionen der internationalen Presse zusammengestellt. Argentiniens La Nacion: "Gebrochene Herzen. Lehmann, der Alptraum Argentiniens."

Helden-Verehrung für Torhüter Jens Lehmann bestimmte nach dem Viertelfinal-Sieg der deutschen Nationalelf gegen Argentinien im Elfmeterschießen die internationalen Schlagzeilen. "Lehmann, der Alptraum Argentiniens", titelte La Nacion, die zudem von "gebrochenen Herzen" schrieb. Die spanische Zeitung Marca stellte fest "Lehmann scheitert nie", das englische Boulevardblatt Sun bezeichnete Lehmann als "Deutschlands neuen Helden".

In Italien wurden dagegen vor dem Halbfinale schon die ersten Kampfabsagen an Deutschland formuliert. "Jetzt kommt Deutschland dran", schrieb die Gazzetta dello Sport, und Tuttosport beurteilte den nächsten Gegner als "eine Mannschaft, die bestimmt stärker als die Ukraine, die aber trotzdem kein Team von Überirdischen ist".

Die internationalen Pressestimmen zur Fußball-WM in der Übersicht:

Deutschland - Argentinien (4:2 i.E.)

Argentinien

La Nacion: "Gebrochene Herzen. Lehmann, der Alptraum Argentiniens. Diese verfluchten Elfmeter. Traurigkeit dominiert die weiß-himmelblauen Seelen, Traurigkeit erobert die Straßen. Warum hat Pekerman Riquelme rausgenommen? Warum hat er Cruz gebracht? Die Wechsel des Trainers fruchteten nicht. Argentinien bleibt durch eine großartige WM in unserer Erinnerung. Es war ein Aus ohne Niederlage."

Clarin: "Der argentinische Traum ist leider zu Ende. Der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel hat 32 Fouls der Seleccion, aber nur 23 der Deutschen gesehen. Er hat die Partie nicht entschieden, aber er war ein Heimschiedsrichter."

Ole: "Weine nicht um mich, Argentinien! Wir starben aufrecht. Wir haben alle gelitten. Wir waren besser als Deutschland und gehen ungeschlagen. Es ist zum Verzweifeln. Die Seleccion war bereit zu mehr. Warum spielte Messi so wenig? Der Rücktritt von Pekerman war der zweite Schock des Abends."

Tycsports: "Argentinien hat gekämpft, aber dann im Elfmeterschießen versagt. Wir waren besser, stehen am Ende aber mit leeren Händen da. Über 120 Minuten hat man eine Seleccion gesehen, die alles versucht hat und die Mut hatte - die aber gehen musste. Das zählt, und das tut weh."

La Gaceta: "Die Seleccion geht erhobenen Hauptes nach Hause. Die Spieler wissen, dass sie dem Sieg sehr nahe waren. Es wird eine Rückkehr ohne Ruhm. Aber trotz der Niederlage macht das Volk der Mannschaft keinen Vorwurf."

Spanien

Marca: "Die deutsche Walze entnervt Argentinien. Lehmann scheitert nie. Argentinien hat den deutschen Torwart zur persona non grata erklärt. Nach der Erniedrigung Riquelmes in der Champions League nun auch bei der WM."

El Mundo Deportivo: "Schmerzvoller Abschied. Deutschland siegt wie immer. Pekerman opfert sich bei der Auswechslung von Riquelme. Riquelme gibt den Rhythmus vor, Ballack hält stand."

AS: "Riquelme wird sein Leben lang von einem Deutschen mit Namen Jens Lehmann träumen."

Sport: "Lehmann schickt Argentinien nach Hause. Andreas Köpke zeigte Lehmann, wie die Argentinier Elfmeter schießen."

England

The Sun: "Argies raus, Fäuste raus, Peker raus. Jens" Heldentaten buchen Halbfinale. Lehmann hat die Erinnerungen an ein katastrophales Saisonende ausradiert, indem er Deutschlands neuer Held wurde."

The Times: "Deutschland hat schon wieder das Ziel erreicht. Lehmann ist mit der Situation gewachsen wie es nur ein deutscher Torwart kann. Eine Nacht, in der Deutschland seinen Lauf verloren zu haben schien, verwandelte sich doch noch in pure Freude."

The Guardian: "Argentinien fliegt in einer Massenschlägerei raus. Lehmanns Elfmeter-Heldentaten bringen Deutschland weiter. Die deutsche Elf hat erstmals bewiesen, dass sie zurückkommen kann. Das Stadion in Dortmund, die Stimmung nach dem Polen-Spiel und ihr derzeitiger Lauf lassen viele glauben, dass Deutschland nicht mehr aufzuhalten ist."

Italien - Ukraine (3:0)

Italien

Gazzetta dello Sport: "Jetzt kommt Deutschland dran. Die Azzurri brauchen nach dem phantastischen Sieg gegen die Ukraine beim Halbfinale in Dortmund nicht einmal vor den Hausherren Angst zu haben. Italien wird in der Abwehr immer stärker. Cannavaro und Buffon haben wieder einmal bewiesen, unangreifbare Bollwerke zu sein. Italien ist eine komplette Mannschaft, die dem Gegner ihr Spiel aufzwängt. Lippis Mannschaft fliegt mit der Sicherheit derjenigen, die unbedingt zu einem fernen Ziel wollen."

Tuttosport: "Danke Juvitalia. Zambrotta baut auf, Buffon konsolidiert und Toni erobert das Halbfinale gegen Deutschland. Eine Mannschaft, die bestimmt stärker als die Ukraine, die aber trotzdem kein Team von Überirdischen ist. Endlich ist Toni aufgewacht, endlich hat auch Totti positive Zeichen gegeben. Die Juventus-Spieler sind wieder zu absoluten Hauptakteuren dieser WM aufgerückt. Gegen Schewtschenko und seine Brüder hat Lippi alles richtig gemacht. Taktik, Technik und Kamfgeist."

Corriere dello Sport: "Deutschland, wir besiegen dich! Tore von Zambrotta und Toni schießen die Azzurri ins Halbfinale. Am Dienstag winkt das historische Duell gegen die Deutschen. Am Dienstag versuchen wir, die Deutschen zu Hause zu besiegen. Wir können Deutschland besiegen. Nach zwei Jahren brillanter Arbeit und nach den Fehlern im Spiel gegen Australien ist die Nationale wieder auferstanden, die Lippi mit Intelligenz und Aufmerksamkeit aufgebaut hat."

Repubblica: "Jetzt ist es so weit. Italien brauchte ein Match wie jenes gegen die Ukraine, um zu zeigen, dass nicht nur der Sieg zählt, sondern dass die Mannschaft auch schön spielen kann. Das Ziel ist erreicht: Italien zählt zu den vier stärksten Mannschaften der Welt. Und jetzt kommt Deutschland dran."

Ukraine

Sport-Express: "Die Ukraine ist genauso unauffällig aus dem Turnier ausgeschieden wie sie in den Wettbewerb eingestiegen war. Ein schnelles Tor hat schon alle Träume platzen lassen. Unser Land wollte Blochin mit Glatze sehen. Beim Finaleinzug hätte er sich den Kopf rasieren lassen."

Sport: "Italien hat die Ukraine ohne Probleme aus dem Wettbewerb geschmissen. Das dritte Tor hat die Ukraine beerdigt. Es war ein leichter Sieg für Italien."

Ukrainskaja Prawda: "Die Ukraine ist nicht mehr dabei. Italien war deutlich stärker und hat verdient gewonnen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%