DIW-Studie gießt Wasser in den Wein
Öffnung nach Osten

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat sportpolitischen Mut bewiesen und die Europameisterschafts-Endrunde 2012 an das Bewerber-Duo Polen und Ukraine vergeben. Der neue Uefa-Präsident Michel Platini verkündete am Dienstag im Rathaus von Cardiff die Entscheidung und setzte damit ein deutliches Signal zur Osterweiterung des europäischen Fußballs. Beide Länder müssen jetzt Milliarden in den Ausbau ihrer maroden Infrastruktur stecken.

CARDIFF. Bereits im ersten Wahlgang war die Entscheidung durch die zwölf stimmberechtigten Exekutivkomitee-Mitglieder der Uefa zu Gunsten der beiden osteuropäischen Länder gefallen. Für Polen/Ukraine votierten acht Mitglieder, für den angeschlagenen Favoriten Italien nur vier. Auf den Außenseiter Kroatien/Ungarn entfiel keine Stimme.

„Das ist eine riesige Chance für Polen. Das ist unser Reisepass zu den Elite-Ländern“, sagte Polens Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski. „Ich bin überzeugt, dass die Ukraine und Polen den hohen Erwartungen bei der Austragung dieses wichtigen Ereignisses gerecht werden“, sagte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko. Der Präsident des ukrainischen Fußballverbandes, Grigori Surkis, bezeichnete die Wahl als „historische Entscheidung“.

In beiden Ländern wächst zudem die Hoffnung, mit Ausrichtung des sportlichen Großereignisses die sportliche und touristische Infrastruktur auszubauen und dem Wirtschaftswachstum zusätzliche Impulse zu verleihen. „Die Entscheidung der Uefa ist von immenser Bedeutung für beide Länder“, sagt Arnd Hovemann, Berater bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Ausgaben für neue Stadien, Straßen und Flughäfen seien eine wichtige Anschubfinanzierung. Die dafür notwendigen Gelder kämen allerdings weniger von privaten Investoren als von der öffentlichen Hand.

So werden in Polen Regierung und Kommunalbehörden nach jetzigen Planungen den Bau von Stadien, U-Bahnen und Straßen mit 12,5 Milliarden Euro finanzieren. Die private Wirtschaft will sich vor allem um den Bau von zusätzlichen Hotels kümmern. Wie groß der Bedarf in beiden Ländern ist, umschrieb der Chef der Sportkommission im polnischen Parlament Janusz Wojcik mit dem Satz: „Wir sind eine Wüste und müssen deshalb alles neu aufbauen.“ Polen plant den Bau von sechs modernen Stadien in Warschau, Danzig, Posen, Breslau, Krakau und Chorzow. Das Straßennetz des Landes soll sowohl in diesen Städten als auch auf den Transitstrecken zur Ukraine und zum Westen ausgebaut werden. Insgesamt sollen neue Straßen über 4 700 Kilometer entstehen. Die Stadt Warschau plant zudem eine weitere U-Bahnlinie. „Das hohe Wirtschaftswachstum und die fließenden Steuergelder werden uns dabei helfen“, sagte Polen Staatspräsident Lech Kaczynski.

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