Dortmund - Bayern
Ein unterhaltsames Unentschieden

So einen Gipfel hat die Bundesliga selten gesehen: Drei Wochen vor dem Champions-League-Finale trafen sich der BVB und der FC Bayern quasi zum warm spielen. Es wurde unterhaltsam – und zeitweise äußerst hektisch.
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DortmundDie Generalprobe eines Theaterstücks macht nur mit den Schauspielern Sinn, die auch bei der Premiere auf der Bühne stehen. Und so war das Gipfeltreffen der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und Bayern München bei weitem kein Gradmesser für das große Treffen im Londoner Wembley in drei Wochen im Finale der Champions League.

Das 1:1 nach Toren von Großkreutz (11.) und Gomez (23.) ist angesichts der Startformationen nicht im geringsten ein Fingerzeig für irgendwelche Favoriten-Gedankenspiele. Sportlich hatte das Unentschieden angesichts des 20-Punkte-Vorsprungs des Rekordmeisters nur kosmetischen Wert.

Der Unterhaltungsfaktor war dennoch hoch: Zwei Tore, Bayerns Rafinha musste nach 65. Minuten nach einem Ellenbogenschlag mit Gelb-rot vom Platz, Hahnenkampf in der Coaching-Zone zwischen Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer und BVB-Coach Jürgen Klopp und ein von Lewandowski geschossener und von Neuer gehaltener Elfmeter (60.) waren die Höhepunkte eines intensiven Schlagabtausches beim Vorspiel für das Finale um Europas Thron.

Anders lautete das Ergebnis vor dem Anpfiff, nämlich 7:5 für Bayern München. Denn die Gäste ließen sieben neue Spieler ran im Vergleich zum 3:0-Sieg in der Champions League am Mittwoch - bei der Borussia waren es „nur“ fünf frische Akteure. Mit Lahm, Schweinsteiger, Robben, Mandzukic, Ribery und Dante blieben gleich sechs Hochkaräter in München. Außerdem saßen Martinez und Müller neben nicht jedem bekannten Talenten namens Rankovic, Weihrauch und Hojbjerg.

Dort konnte Müller auf Dortmunder Seite den Nationalmannschaftskollegen Reus, Bender und Hummels zuwinken, die ebenfalls nicht von Beginn an aufliefen - Mario Götze fehlte verletzungsbedingt. Dafür standen mit Lewandowski und Schieber auf BVB-Seite sowie Gomez und Pizarro bei den Gästen ungewöhnlich viele gelernte Stürmer auf dem Platz.

Zwar hatte der Rekordmeister auch beim Tabellendritten Leverkusen vor wenigen Wochen mit einer ähnlichen Rumpfelf gesiegt - und die haben eine bessere Heimbilanz als der BVB. Dennoch schien Bayern-Trainer Jupp Heynckes nicht besonders viel daran zu liegen, um jeden Preis die ungute Bilanz gegen den BVB aufzubessern - nur ein Punkt aus den vergangenen fünf Ligaspielen.

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