„Dritte Wahl“ für Bayer Leverkusen
Regensburgs Heiko Herrlich wird neuer Trainer

Abstiegskämpfer verpflichtet Aufsteiger: Bayer Leverkusen hat sich bei Relegationssieger Jahn Regensburg bedient und deren Trainer Heiko Herrlich eingekauft. Der soll die kostenintensive Truppe wieder nach Europa führen.
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LeverkusenRudi Völlers Augen funkelten, der alte Kampfgeist war beim zuletzt sichtlich angeschlagenen Sportchef von Bayer Leverkusen zurück. „Bald geht hier die Post ab!“, kündigte Völler bei der Vorstellung von Trainer Heiko Herrlich an. Die ebenso überraschende wie unspektakuläre Auflösung der wochenlangen Trainersuche sorgte beim Fußball-Weltmeister von 1990 für Erleichterung und Aufbruchsstimmung zugleich. Mit der dritten Wahl aus der zweiten Liga zurück in die erste Riege - so lautet Bayers Motto.

Völler bestätigte zwar am Freitag, sich bei der lange dauernden Trainerfahndung zwei Absagen eingehandelt zu haben. Doch von seiner Entscheidung zeigte er sich trotz namhafterer Kandidaten wie Lucien Favre und Thomas Tuchel überzeugt. Immerhin präsentierte er einen früheren Bayer-Spieler, der mit Jahn Regensburg überraschend von der vierten in die zweite Liga durchmarschiert war.

„Für viele ist diese Lösung sicher ein bisschen überraschend“, erklärte Völler: „Aber in den Gesprächen habe ich gemerkt, dass Heiko brennt für diese Aufgabe. Er würde am liebsten sofort anfangen.“ Auch Bundestrainer Joachim Löw wertete den früheren DFB-Juniorentrainer Herrlich als gute Wahl von Bayer: „Ich denke, dass das sehr gut passen kann.“

Völler hat zwei Forderungen an den Ex-Nationalspieler, der mit Borussia Dortmund 1997 die Champions League gewann und nun einen Vertrag bis 2019 erhielt. Sportlich sei das Ziel „ganz klar, wieder international dabei zu sein“. Und auf dem Weg dorthin sei es nach einer „verfluchten Saison“ das Wichtigste, „den einen oder anderen Spieler einzufangen. Bei allen Matchplänen ist es auch die Hauptaufgabe eines Trainers, Gründe zu finden, warum Spieler nicht ihre Leistung abgeliefert haben und sie wieder ins Boot zu kriegen“.

Das Gesicht der Mannschaft wird sich aber unabhängig vom Ausschöpfen brachliegender Potenziale verändern. „Es wird sicher einige Abgänge geben“, kündigte Völler an: „Und natürlich wollen wir dadurch nicht an Substanz verlieren. Ab Montag wird richtig Gas geben.“

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