Ein Remis reicht bereits zum Gruppensieg
„Prinz Poldi“ angeschlagen

Der letzte Sieg gegen eine so genannte große Fußball-Nation gelang noch unter Teamchef Rudi Völler am 7. Oktober 2000 in der WM-Qualifikation beim 1:0 im Londoner Wembley-Stadion gegen England. Seitdem gab es in zwölf Partien neun Niederlagen und drei Unentschieden. Heute Abend soll gegen Argentinien endlich wieder ein Erfolg her.

HB HERZOGENAURACH. Dabei würde schon ein Punkt zum Gruppensieg reichen, aber die deutsche Nationalmannschaft mit Überraschungs-Torhüter Timo Hildebrand will sich damit nicht zufrieden geben. Im Vorrundenfinale des Confederations Cups soll nach dem bereits perfekten Halbfinal-Einzug nicht nur der erste Platz in Gruppe A errungen werden, sondern auch die schwarze Serie enden, die das DFB - Team seit fast fünf Jahren belastet. "Natürlich kommt jetzt wieder der alte Satz hoch, endlich gegen einen Großen zu gewinnen. Das werden wir auch versuchen. Ziel ist der Gruppensieg", erklärte Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor dem Prestige-Duell des dreimaligen Weltmeisters Deutschland gegen den zweimaligen Champion Argentinien am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Premiere) in Nürnberg.

Die DFB-Trainer entschieden sich am Montag in der Torwart-Rotation überraschend für die Nominierung der Nummer drei Hildebrand. "Das ist ein Stück Anerkennung und Belohnung. Er hat seit drei Wochen auf einem Top-Niveau trainiert, er hat sich toll entwickelt im letzten halben Jahr", begründete Klinsmann die Entscheidung für den 26- Jährigen vom VfB Stuttgart. Jens Lehmann kommt im Halbfinale zum Zuge. Der noch immer an Rückenproblemen leidende Oliver Kahn wird zum Turnier-Abschluss im möglichen Finale oder im Spiel um Platz drei eingesetzt. "Wir werden Oliver Kahn jetzt den einen oder anderen Tag geben zur vollständigen Gesundung", sagte Assistenztrainer Joachim Löw. Im Nürnberger Frankenstadion sitzt Lehmann auf der Bank.

Bei den Feldspielern soll die Fitness maßgeblich mitentscheiden bei der Aufstellung. Beim Abschlusstraining am Montagabend wollte Klinsmann sein Personal vor dem dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen noch einmal intensiv auf Verschleißerscheinungen überprüfen und entsprechend reagieren. "Wenn wir das Gefühl haben, einer braucht eine Pause, bekommt er sie", erklärte Löw. Stürmer Lukas Podolski konnte wegen einer Wadenprellung nur eingeschränkt an der Übungseinheit in Herzogenaurach teilnehmen. Die medizinische Abteilung sieht den Einsatz des Kölners aber dadurch nicht gefährdet. Auch Kahn absolvierte bei großer Wärme am Abend nur Lauftraining.

Die Konstellation ist klar: Die Argentinier müssen gewinnen, um als Gruppen-Erster auch das Halbfinale gegen den Zweiten der Brasilien-Gruppe in Nürnberg bestreiten zu können. Dem DFB-Team würde auf Grund des besseren Torverhältnisses schon ein Remis Platz eins einbringen. Ein taktisches Resultat, um möglicherweise im Halbfinale den Brasilianern aus dem Weg zu gehen, scheidet aus, da der fünfmalige Weltmeister in Gruppe B nach dem 0:1 gegen Mexiko nicht mehr auf Tabellenplatz eins programmiert ist. "Unabhängig davon werden wir versuchen zu gewinnen", betonte Löw und bekräftigte, auch gegen den Top-Gegner am unterhaltsamen Stil festhalten zu wollen: "Wir spielen einen sehr emotionalen Fußball."

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