Elfenbeinküste erobert Herzen der Fans im Sturm
Effizienz besiegt Spielkunst

"Denken statt dominieren" - die Akteure des zweimaligen Weltmeisters Argentinien setzten die Philosophie ihres Trainers beim Auftaktsieg gegen die Elfenbeinküste mustergültig um. Doch trotz der Niederlage gehört nach dem mitreißenden Spiel auch der WM-Debütant aus Afrika schon jetzt zu den ersten Siegern dieser WM.

HAMBURG. Das Lächeln fiel Henri Michel ein bisschen schwer. "Ich bin zwar nicht am Boden zerstört, aber enttäuscht bin ich doch", räumte der französische Trainer des WM-Debütanten Elfenbeinküste nach der ernüchternden 1:2 (0:2)-Niederlage gegen den zweimaligen Weltmeister aus Argentinien freimütig ein, als er sich kurz vor Mitternacht in den Katakomben des Hamburger Fifa-WM-Stadions den Fragen der Journalisten stellte. "Wir haben viele Torchancen herausgespielt, diese aber nicht genutzt. Für unseren Mangel an Erfahrung haben wir teuer bezahlen müssen."

Der couragierte Auftritt der Afrikaner nötigte auch Argentiniens Trainer José Pekerman Respekt ab. "Die Elfenbeinküste ist eine ganz starke Mannschaft, die gezeigt hat, warum sie nicht als Außenseiter zur Weltmeisterschaft gefahren ist, sondern hier noch einiges bewegen kann. Aber wir waren darauf vorbereitet", resümierte er erleichtert und schob gleich noch nach: "Heute haben wir den Beweis dafür gesehen, dass dies die stärkste Gruppe ist. Wir haben uns den Sieg wirklich hart erarbeitet."

Wie Recht er damit hatte. 90 Minuten lang hatten nämlich die "Elefanten", wie die Ivorer liebevoll in der Heimat genannt werden, vor 50 000 begeisterten Zuschauern dem Spiel ihren Stempel aufgedrückt. Die Mannen um den Stürmerstar vom FC Chelsea, Didier Drogba, hatten nicht nur gekämpft und gerackert. Das wäre auch nicht ihr Stil. Sie hatten das Spiel bestimmt, hatten von Beginn konsequent forsch, mit viel Risiko und Wucht und zum Teil mitreißend nach vorne gespielt. So wie es ihrem Naturell entspricht. Mit starkem Zweikampfverhalten, tollen Dribblings und gutem Passspiel hatten sie geglänzt, wirkten spritziger als die "Gauchos".

Doch die Tore - Crespo (24.) und Saviola (38.) trafen schon vor der Pause, Drogbas Anschlusstreffer (82.) während des Sturmlaufes in der Schlussviertelstunde kam zu spät - machten nicht die WM-Debütanten, sondern die kühl und voller Selbstvertrauen aufspielende "Albicleste".

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