Fan-Forscher
Krawalle in Dortmund erreichen neue Dimension

Außerhalb des BVB-Stadions gab es schwere Attacken gegen RB-Fans. Selbst vor Familien hatten die Randalierer in Dortmund nicht halt gemacht. Wird präventive Arbeit solche Angriffe in Zukunft verhindern können?
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LeipzigFür Fan-Forscher Gunter A. Pilz haben die Ausschreitungen gegen Anhänger von RB Leipzig eine neue Dimension erreicht. Der renommierte Sportwissenschaftler erinnerte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zudem an die Verantwortung von Vereinsverantwortlichen im Vorfeld solcher Partien.

Generell werde beim BVB eine vorbildliche präventive Arbeit geleistet, betonte Pilz. „Umso ärgerlicher ist es, wenn dann unbedachte Äußerungen vor so einem Spiel vom Geschäftsführer kommen, die im Prinzip ein stückweit die eigene Präventionsarbeit konterkarieren und Wasser auf die Mühlen der Fans und deren Hass- und Gewaltbedürfnisse schüttet“, sagte er. Insofern sei es geraten, dass sich Verantwortliche verbal zurückhalten.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte aber unter anderem im vergangenen Jahr die Stimmung gegen den aktuellen Tabellenzweiten angeheizt und betont, dass bei RB Leipzig „nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen“ sei: „Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen.“

Nach den Attacken auch auf Familien und Kinder beim Weg ins Stadion des BVB am vergangenen Samstag kündigte Watzke am Montag an: „Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, um diesen Dingen ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben.“

Es habe sich ein Hass aufgebaut gegen Vereine, die kommerziell zu stark seien oder sich in den Augen der Fans nur noch dem Kommerz verschrieben hätten, erklärte Pilz. Zunächst seien das Hoffenheim und Wolfsburg gewesen, nun Leipzig. Der 2009 erst gegründete Verein wird vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull gesponsert. „Ich fürchte, dass hier etwas beginnt, was wir schon länger mit Sorge beobachten“, sagte Pilz.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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