Fußball
Fifa bleibt Linie im Kampf gegen Doping treu

Im Kampf gegen Doping hält der Weltverband Fifa an seiner Marschroute fest und geht damit weiter auf Konfrontationskurs mit der Welt-Doping-Agentur Wada. Das ergab eine Sitzung des Exekutiv-Komitees in Marrakesch.

Auch in Zukunft lässt sich der Fußball-Weltverband Fifa in Sachen Doping nicht reinreden und hält an seinen Vorgehensweisen fest. Damit geht die Fifa weiterhin auf Konfrontationskurs zur Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. "Unser Strafmaß geht von der Verwarnung bis zur lebenslangen Sperre. Es gibt allerdings immer eine individuelle Überprüfung des Falles. Unsere Position hat sich nicht geändert", erklärte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder nach einer Sitzung des Exekutiv-Komitees der Fifa in Marrakesch/Marokko.

Wada-Chef Richard "Dick" Pound hatte dagegen wiederholt die Fifa aufgefordert, bei Dopingvergehen eine zweijährige Regelsperre wie vom Wada-Code vorgeschrieben zu beschließen. Im Falle einer Weigerung drohte der Kanadier sogar mit Konsequenzen hinsichtlich der Austragung der WM 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). "Wir haben diese Drohung ohnehin nie ernst genommen", meinte "MV" nach dem viereinhalbstündigen Meeting im Hotel Sofitel von Marrakesch und bezog sich auf den Bericht von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter vor dem "Exko".

"Wir haben eine Änderung unserer Statuten vorgenommen und das Disziplinar-Reglement angepasst. Die Einzelfallprüfung wird auch von der Wada anerkannt. Jeder Täter hat das Recht, beurteilt zu werden, ehe er verurteilt wird", erklärte Blatter und negierte die Pound-Forderung nach einer zweijährigen Regelsperre einfach.

Angekündigte Task-Force tritt in Kraft

Das Exekutivkomitee, die Regierung des Welt-Fußballs mit Mayer-Vorfelder als Mitglied, beschloss zudem erwartungsgemäß die Einführung einer Task Force, die sich gezielt mit Themen wie Schiedsrichter-Bestechung, Wettbetrug und der Übernahme von mehreren Klubs durch eine Person sowie den Versuch der verstärkten Einflussnahme der Politik in die Verbands-Autonomie beschäftigen soll. Im Zusammenhang mit Wettmanipulationen erwägt die Fifa den Beitritt zum internationalen "Frühwarnsystem" der Firma "betradar".

"Exko" lobt Skandal-Aufdeckung in Deutschland

Ein Lob sprach in diesem Zusammenhang das "Exko" laut Mayer-Vorfelder ausdrücklich dem DFB für die schnelle Aufarbeitung des Betrugsfalles um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer aus. Dieser war innerhalb weniger Monate in diesem Jahr weitgehend aufgedeckt worden, die vermeintlichen Hintermänner wurden entlarvt und durch die Staatsanwaltschaft angeklagt.

Zur Sprache kam bei der Sitzung am Samstag auch die Millionenklage gegen den Weltverband im Fall eines marokkanischen Nationalspielers vom belgischen Erstligisten SC Charleroi. Allerdings sieht sich die Fifa gewappnet, um die Klage abweisen zu lassen. Der Verein hatte - unterstützt vom Zusammenschluss der europäischen Spitzenklubs "G14" - auf Schadenersatz von 1,25 Mill. Euro geklagt, weil der Spieler nach einer in einem Länderspiel erlittenen Verletzung mehrere Monate ausgefallen war und dem Klub nicht zur Verfügung stand. Die Fifa sollte nun für das Gehalt des Spielers aufkommen.

© SID

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