„Finale“ der Gruppe A
Stolze Ecuadorianer wollen jetzt DFB-Elf ärgern

Das Achtelfinalticket hat Ecuador nach dem 3:0 gegen Costa Rica bereits in der Tasche. Jetzt wollen die Schützling des kolumbianischen Trainers Luis Suarez im letzten Gruppenspiel WM-Gastgeber Deutschland ärgern.

Kurz nachdem Ecuador durch den 3:0 (1:0)-Erfolg über Costa Rica in Hamburg erstmals in seiner Geschichte das Achtelfinale bei einer Fußball-WM erreicht hatte und damit auch den Einzug der deutschen Mannschaft unter die letzten 16 perfekt machte, blickte Coach Luis Suarez bereits auf das entscheidende Duell um den Gruppensieg am Dienstag (16.00 Uhr) in Berlin gegen den Gastgeber: "Wir wollen unbedingt Gruppenerster bleiben, weiter Geschichte schreiben und werden entsprechend gegen Deutschland auftreten. Wir haben schon Argentinien und Brasilien geschlagen und wollen auch gegen Deutschland zeigen, was für ein starkes Team wir haben."

Für den Gruppensieg reicht den Südamerikanern dabei in der Hauptstadt bereits ein Unentschieden. Durch die Treffer von Carlos Tenorio (8.), Agustin Delgado (54.) und Ivan Kaviedes (90.+2) bei dem überzeugend herausgespielten Sieg hat der Dritte der Südamerika-Qualifikation zur WM wegen der besseren Tordifferenz auch die Tabellenführung in Gruppe A übernommen. "Unser vorrangiges Ziel war allerdings das Achtelfinale", sagte Suarez, "das haben wir erreicht und sind sehr stolz."

Schicksal von Costa Rica und Polen besiegelt

Durch Ecuadors Sieg wurde auch das Schicksal von Costa Rica und Polen vorzeitig entschieden. Beide Mannschaften blieben nach zwei Spieltagen sieg- und punktlos und haben keine Chance mehr auf das Weiterkommen. Beide spielen am Dienstag in Hannover nur noch um die Ehre. "Wir wollen mindestens einen Sieg holen, aber dafür müssen wir uns steigern", sagte Costa Ricas Coach Alexandre Guimaraes: "Wir sind jetzt alle sehr enttäuscht, hier und in der Heimat."

In Ecuadors Hauptstadt Quito brach dagegen zur Frühstücksstunde ab 8.00 Uhr Morgens während und erst Recht nach der Partie das öffentliche Leben weitgehend zusammen, obwohl Präsident Alfredo Palacio diesmal keinen arbeitsfreien Vormittag ausgerufen hatte. "Daheim sind die Menschen überglücklich", meinte Suarez, "es ist ein großer Tag für unser Land."

6 000 Ecuadorianer feierten in Hamburg

In der Hansestadt feierten rund 6 000 komplett in gelb gekleideten Anhänger des Andenstaates unter den 50 000 in der ausverkauften WM-Arena eine rauschende südamerikanische Party. Noch 30 Minuten nach Schlusspfiff feierten sie auf den Rängen. "Das ganze Land spielt jetzt verrückt, wir haben bewiesen, dass wir mit allen mithalten können", sagte Student Freddy Villao voller Freude: "Wir glauben an uns, es gibt keine Grenze." Trainer Suarez und seine Spieler haben sich mit dem historischen Erfolg bereits "unsterblich" gemacht. In der niederdeutschen Tiefebene wiederlegten die erstmals bei einer WM zweimal in Folge siegreiche "Tri" auch das Vorurteil, dass sie nur in den 2 800 Meter Höhe von Quito erfolgreich sein kann. "Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur in der Höhe gewinnen können. Unsere Mannschaft spielt sehr gut zusammen und hat sich als echte Einheit präsentiert. Wir haben Historisches erreicht", schwelgte der Coach.

Völlig enttäuschend präsentierte sich dagegen die Auswahl Costa Ricas. Stürmerstar Paulo Wanchope, der noch im Auftaktmatch Deutschland mit zwei Toren geschockt hatte, war bei der ecuadorianischen Abwehr vollständig abgemeldet. "Das ist ein schwieriger Moment für uns. Aber wir sind ganze Kerle und werden jetzt nicht heulen", sagte Wanchope.

© SID

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