Finanzen 2. Bundesliga
In Reihe zwei brummt das Fußballgeschäft

Der 2. Bundesliga geht es wirtschaftlich so gut wie noch nie. Zur neuen Saison fehlen jedoch die großen Klubs, zudem verschwinden die Live-Spiele im Free-TV. Ein lohnenswertes Geschäft bleibt das Unterhaus dennoch.
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DüsseldorfWenn an diesem Freitag die 2. Bundesliga die Saison 2017/18 einläutet, hat sich im Selbstverständnis des deutschen Fußball-Unterhauses einiges verändert. Montagsspiele, zum Beispiel. Die gibt es zwar noch, viele Fans würden vielleicht auch sagen: zu oft.

Aber nach zwei Jahrzehnten sind die Montagsspiele nicht mehr im Free-TV zu sehen, nicht mehr bei Sport1, dem ehemaligen DSF. Der Sender hat über die Jahre praktisch jede Saison mit dem Claim „Die beste 2. Liga aller Zeiten“ angekündigt. Diesmal ließe sich, arg überspitzt, die These aufstellen: es ist die durchschnittlichste 2. Liga aller Zeiten.

Zwar ist es noch nicht so weit, dass der SV Meppen wieder seine Kreise zieht. Die Emsländer galten in den 1980er und 90ern als Inbegriff der 2. Liga, haben sich unlängst in die 3. Liga zurückgekämpft. Lange Synonym für die graue Maus, kein Entwicklungspotenzial, zu schlecht für den Aufstieg, zu gut für den Abstieg, teilte sich Meppen lange ein Phänomen mit Klubs wie Greuther Fürth und Mainz 05.

Wenn es nach oben gehen soll, stoßen kleine und mittlere Klubs an eine Art gläserne Decke. Den Aufstieg machen oft die sogenannten Fahrstuhlteams untereinander aus, die regelmäßig Finanz- und Strahlkraft in der ersten Liga tanken können. Nur, in dieser Saison mangelt es an denen. Und damit auch an Aufstiegsfavoriten.

In der Vorsaison wurde relativ rasch klar, dass sich die Absteiger VfB Stuttgart und Hannover 96 mit hohen Budgets und den Infrastrukturen langjähriger Erstligisten schnell an die Spitze setzen werden. Und genau so ist es am Ende gekommen. In der Relegation verpasste Eintracht Braunschweig, 2015 abgestiegen, gegen den VfL Wolfsburg die schnelle Rückkehr in die Erstklassigkeit.

Union Berlin, Dynamo Dresden und der FC St. Pauli fanden sich mehr oder minder zur eigenen Überraschung und trotz geringer Mitteln im Aufstiegsrennen wieder. Vereine wie der VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf, einst feste Größen um Oberhaus, enttäuschen die eigenen Aufstiegsambitionen hingegen seit Jahren.

Die Absteiger der Vorsaison, sie hießen FC Ingolstadt und Darmstadt 98. Beide Vereine waren noch nicht in der 1. Liga etabliert und wurden ohnehin mehr als Zweitligisten auf Bewährung wahrgenommen. Darmstadt schaffte es zwar, sich in zwei Saisons ein vergleichsweise stabiles wirtschaftliches Polster aus Fernsehgeldern und Sponsoreneinnahmen zu erarbeiten. Dennoch gelten weder die Lilien noch die Schanzer als absolut gesetzte Aufsteiger. Auch, wenn die obligatorische Trainerumfrage vor der Saison diese Teams als Favoriten hervorgebracht hat.

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