Friedrich & Friedrich befreien Löw von einem Problem
Die Schlackerbänder der Nation

STUTTGART. 135 Minuten hat er erst für die deutsche Nationalmannschaft absolviert. Sein zweites Spiel ist gerade einmal eine gute halbe Stunde vorbei. Doch Manuel Friedrich sitzt bei der Pressekonferenz nach dem ersten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2008 so selbstbewusst auf dem Podium, als ob er sich schon hunderte Male den Fragen der Nationalelf-Journalisten gestellt hätte.

Ruhig, ohne sich zu versprechen, erzählt der Mainzer Innenverteidiger nach dem hart erkämpften, aber überzeugendem 1:0 gegen Irland am Samstag im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion, wie er am Ende der ersten Halbzeit einen Schlag auf den Knöchel bekommen hat. Das schmerzte. „Ich konnte nicht mehr sprinten“, sagt der sympathische 26-jährige. In der Pause habe der Arzt seinen Fuß mit Tape verbunden. Doch bei einem Sprinttest vor Wiederanpfiff tat der immer noch weh. Also signalisierte Friedrich Bundestrainer Joachim Löw, dass er eventuell ausgewechselt werden müsse. Er habe nicht Schuld an einem Gegentor sein wollen. „Dann hätte ich drei Wochen nicht schlafen können“, sagt Manuel Friedrich schelmisch grinsend. Schließlich hatte er auf die Zähne gebissen und die Partie zu Ende gespielt – ohne Gegentor.

Normalerweise hätte Friedrichs leichte Blessur kaum für Aufregung gesorgt. Zumal die Verletzung nicht besonders schlimm ist. Der Fuß tut ihm schließlich immer wieder mal weh: „Ich habe links wie rechts Schlackerbänder. Die habe ich von meiner Mutter geerbt“, sagt er. Dadurch knicke er zum Beispiel hin und wieder mal um. „Aber ich habe einen Salbenverband, morgen geht es bestimmt wieder.“

Doch in diesem besonderen Fall nimmt ganz Fußball-Deutschland Anteil und hofft, dass Friedrich bis zum EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in San Marino (20.45 Uhr, live im ZDF) wieder fit wird. Es sind sozusagen die Schlackerbänder der Fußball-Nation. Sie erinnern ein wenig an die Wade von Michael Ballack, deren Verletzung ihn am Einsatz beim ersten Weltmeisterschaftsspiel gegen Costa Rica hinderte.

Friedrichs Schlackerbänder sind aber fast bedeutsamer für die Mannschaft als Ballacks Wade damals. Denn Manuel Friedrich ist der letzte Mohikaner in der Innenverteidigung, der letzte gelernte – alle anderen sind verletzt. Neben ihm debütierte gegen die Iren sein Berliner Namensvetter Arne Friedrich auf dieser Position in der Nationalelf. Der spielt eigentlich auf der rechten Verteidigerseite, hat aber zuletzt für Hertha BSC in der Bundesliga bereits ein Spiel als Innenverteidiger absolviert.

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