FSV-Vorstand entschuldigt sich
Wir müssen leider draußen bleiben

Beim Bundesliga-Derby zwischen Mainz und Frankfurt kam es am Wochenende zum Eklat: Ordner verweigerten Frankfurter Fans den Eintritt mit Fanutensilien.

MAINZ. Wahrscheinlich hätte Kim Jong-Il am Sonntag seine helle Freude gehabt an den Verhältnissen am Mainzer Bruchweg. Der „geliebte Führer“, so nennt die staatliche Propaganda den nordkoreanischen Diktator, hat ja bekanntermaßen ein Faible für Uniformen. So auch für Zuschauer, die verschmelzen zu einer riesigen Masse, zu einem monochromen Monolith. Und genau dieses strebte ja das Ordnungspersonal vor und während des Bundesliga-Derbys zwischen dem FSV Mainz 05 und der Eintracht aus Frankfurt (1:1) vermeintlich an: Dass es nur noch die Mainzer Farben gebe in Mainz. Jedenfalls in den „neutralen Zonen“ – also überall außerhalb des Blocks, der ausschließlich für die Frankfurter Fans reserviert war.

Erbarmungslos wurden die Delinquenten verfolgt, die es wagten, auch nur mit einem Fanschal der Frankfurter Eintracht auf die Tribünen zu gelangen, von übergestreiften Trikots ganz zu schweigen. Eine Maßnahme, die der Verein Mainz 05, der Ordnungsdienst und die Polizei in einer Vorbesprechung beschlossen hatten, da sie die Partie als „Risikospiel“ eingestuft hatten. Nicht selten wurde es richtig laut an den Eingängen. Doch meistens hatte das Ordnungspersonal die besseren Argumente.

Und so saß manch Eintracht-Fan während des Spiels mit nacktem Oberkörper oder im gepflegten Fein-ripp auf der Tribüne. Es gab aber auch junge Damen, die in Tränen ausbrachen, weil die Mainzer Fans den erzwungenen Striptease mit lautem Gejohle kommentierten. „Ich sollte mich ausziehen, ich hätte nur im BH da gestanden“, empörte sich gestern ein weiblicher Fan in einem der Eintracht-Internetforen, in denen sich angeblich 18 000 Einträge über die Mainzer Ord(n)er echauffierten. Nur wenige konnten das Textil-Embargo brechen. Zu ihnen zählten Eintracht-Präsident Peter Fischer samt Ehefrau, die sich beide mit einem Eintracht-Schal bekannten und trotzdem auf die Haupttribüne gelangten. „Wir haben uns dagegen verwahrt und uns durchgesetzt“, sagte Fischer.

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