Fußball 2.Bundesliga
Hansa Rostock mit neuem Aufsichtsrat

Absteiger Rostock hat bei der Mitgliederversammlung einen neuen Aufsichtsrat gewählt. Dieser soll nun am Nachmittag auf einen neuen Vorsitzenden verständigen.

Zweitligist Hansa Rostock hat personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend wurde ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Am Donnerstagabend bestimmte der tags zuvor bei der Mitgliederversammlung gewählte Aufsichtsrat überraschend Adalbert Skambraks zum neuen Vorsitzenden des siebenköpfigen Gremiums.

"Bevor wir bei Hansa wieder etwas ernten können, müssen wir noch ein paar Körner streuen", sagte der Landwirt nach seiner Ernennung. Skambraks wird Nachfolger von Horst Klinkmann, der nach zwölf Jahren an der Spitze aus Altersgründen ausschied und zum Ehren-Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt wurde.

Gewinn durch Ausbleiben der Prämienzahlungen

Zudem gab der in die sportliche Krise geratene Klub vor 997 anwesenden Mitgliedern bekannt, dass im Geschäftsjahr 2007/08 ein Gewinn in Höhe von 3,2 Mill. Euro erwirtschaftet wurde. Das Plus in der Abstiegssaison basiert vor allem auf dem Ausbleiben von Prämienzahlungen an die Mannschaft, erklärte Vorstandschef Dirk Grabow.

Keine Gefährdung der Lizenz

Die Gesamtverbindlichkeiten konnten von knapp zehn auf 6,683 Mill. abgebaut werden. Für das laufende Jahr kalkuliert der Verein allerdings wieder mit einem Minus von 1,84 Mill. Euro. Dennoch seien keine Liquiditätsengpässe zu erwarten, die die Lizenzvergabe für die kommende Saison gefährden würden, betonte Grabow.

Unterdessen mahnte der scheidende Klinkmann angesichts der sportlichen Talfahrt zur Besonnenheit. "Die Kogge schlingert, aber nicht schlimmer als in Unwettern der Vergangenheit", sagte der 73 Jahre alte Mediziner: "Ich sage allen Mitgliedern des Panikorchesters, die meinen, dies sei die tiefste Krise der Vereinsgeschichte: Wir haben schon viel tiefere Täler durchschritten."

Dennoch nahm sich Klinkmann, der seit der Gründung des Vereins am 28. Dezember 1965 Mitglied bei den Mecklenburgern ist, die Mannschaft in die Pflicht. Er habe bei manchen Profis das Gefühl, "dass sie es sich in der zweiten Liga bequem gemacht haben."

© SID

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