Fußball 2.Bundesliga
Rostock stärkt Eilts den Rücken

Die Bilanz von Dieter Eilts bei Hansa Rostock fällt nach sieben Pleiten aus neun Spielen dramatisch aus. Der Trainer steht laut Hansa-Chef Dirk Grabow aber "nicht zur Disposition".

Sieben von neun Pflichtspielen verloren und erstmals in der laufenden Saison auf einen Abstiegsplatz gerutscht: Hansa Rostock gerät unter Trainer Dieter Eilts immer tiefer in die sportliche Krise. Der Ostfriese weist eine verheerende Bilanz auf und muss am Freitag gegen Rot-Weiß Ahlen (18.00 Uhr/live bei Premiere) unbedingt siegen, auch wenn der Klub dem Ex-Profi demonstrativ den Rücken stärkt.

"Dieter Eilts steht hier nicht zur Disposition", sagte der Vorsitzende Dirk Grabow dem sid. Der Präsident will von einer Personaldebatte um den Trainer nichts wissen und betonte stattdessen die positiven Seiten des Eilts-Engagements. "Was die Trainingsarbeit angeht, sind wir absolut mit ihm zufrieden. Man sieht im Vergleich zu der Zeit vor der Winterpause eine deutliche Verbesserung", so Grabow.

Auch Hansa-Chef Grabow spürt Gegenwind

Doch mit demonstrativer Nibelungen-Treue hat Rostock keine guten Erfahrungen gemacht. Auch an Eilts-Vorgänger Frank Pagelsdorf hielt man trotz Erfolglosigkeit lange fest und stieg im vergangenen Sommer aus Liga eins ab. Im November musste "Pagel" dann gehen. Nun droht der zweite Abstieg innerhalb eines Jahres unter Grabow. Kein Wunder, dass auch der Hansa-Chef heftigen Gegenwind verspürt. "Wenn ich keinen Erfolg habe, fehlen auch mir die Argumente", äußerte Grabow.

Mittlerweile hat man sich an der Ostsee notgedrungen mit dem GAU beschäftigt. "Wir müssen zum 1. April auch die Lizenzierungsunterlagen für die 3. Liga einreichen", so Grabow. Ein Jahr, so der Klubchef, könne Hansa dort durchaus bestehen. Auf Dauer jedoch bekäme man Probleme, weil die Infrastruktur des Klubs mittlerweile zu groß sei.

Hoffnungsträger Gledson zurück im Mannschaftstraining

Eilts präsentiert sich in der Drucksituation betont selbstkritisch. Der 44-Jährige sprach zuletzt von der "erfolglosesten Zeit" seiner Karriere. Am 21. November hatte er seinen Dienst bei den Mecklenburgern angetreten. Drei Monate nach seiner Trennung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Trainer der U21-Auswahl droht dem Ex-Profi von Werder Bremen der nächste Rückschlag in seiner Trainer-Karriere.

Zumindest die personelle Situation lässt den Fußballlehrer auf eine Wende hoffen. Innenverteidiger Gledson kehrte am Montag nach zweieinhalbwöchiger Pause wieder ins Training zurück. Nach seiner Nasenbein-Operation schützt den Brasilianer eine Gesichtsmaske.

Rathgeb, Kern und Lense hoffen auf baldige Rückkehr

Ob der 29-Jährige Freitag spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. Mittelfeldspieler Tobias Rathgeb (Reha), Stürmer Enrico Kern (Prellung) und Verteidiger Benjmin Lense (Bänderverletzung) hoffen auf die baldige Rückkehr in die Mannschaft.

Bleibt die Hoffnung, dass die Hansa-Kogge in den kommenden Partien gegen Ahlen, St. Pauli (06. März) und dem FC Ingolstadt (15. März) wieder im Wind segelt. Gute Signale hat Grabow längst ausgemacht: "Ich glaube, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben. Die Auftritte zuletzt gegen Aachen und Mainz haben gezeigt, dass sie kämpfen wollen."

© SID

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