Fußball 3.Liga
DFB verhängt harte Strafe gegen Erfurt

Drittligist Rot-Weiß Erfurt muss nach Hasstiraden seiner Fans im Derby gegen Carl Zeiss Jena 10 000 Euro Strafe zahlen. Zudem findet das nächste Heimspiel vor leeren Rängen statt.

10 000 Euro Geldstrafe und leere Kulissen. Nach den antisemitischen und rassistischen Hasstiraden von RW-Erfurt-Fans während des Derbys gegen Carl Zeiss Jena (2:1) hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Drittligisten RWE hart bestraft. Zusätzlich zu der Geldstrafe findet das nächste Heimspiel der Erfurter unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Erfurter, deren Anhänger "Juden Jena" skandiert hatten, haben das Urteil des DFB-Sportgerichts bereits akzeptiert. Das Sportgericht wies außerdem ausdrücklich darauf hin, dass der Verein bei erneuten "gravierenden Vorfällen" zusätzlich zu einer Wiederholung der jetzigen Strafe mit einem Punktabzug rechnen muss.

Der für Rechts-, Satzungs- und Sicherheitsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch (Poing) nahm das Urteil zum Anlass, um noch einmal die grundsätzliche Position des DFB zu verdeutlichen: "Wir zeigen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bei Fußballspielen die Rote Karte - ohne Ausnahme", erklärte Koch: "Der DFB steht für eine Null-Toleranz-Politik und wird sich jeder Form von gewalttätigen und rassistischen Ausschreitungen in aller Entschiedenheit entgegenstellen. Jeder Fall von Feindseligkeit und verbaler oder gar körperlicher Gewalt ist bereits ein Fall zu viel."

"Werden alles unternehmen, um derartige Vorfälle zu verhindern"

Koch untermauerte zudem die Absicht des DFB, Vorfälle wie in Erfurt zukünftig zu verhindern. "Unsere Stadien dürfen weder von Gewalttätern noch von politischen Extremisten im Gewande von Fußballfans als Kampfbahn missbraucht werden. Im Zusammenwirken mit Polizei und Sicherheitskräften werden wir im DFB, in der DFL und in den Vereinen daher alles unternehmen, um derartige Vorfälle zu verhindern", sagte der Funktionär.

Koch verlangte zudem mehr Zivilcourage von den Zuschauern: "Nur repressives Einschreiten löst auf Dauer die Probleme nicht. Erst wenn die Mehrheit der friedliebenden Fans dem Nachbarn in der Kurve bei Entgleisungen auf die Finger klopft beziehungsweise auf den Mund schaut, erst dann haben wir eine Aussicht auf dauerhaften Fanfrieden in den Stadionkurven."

© SID

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