Fußball Afrika-Cup
Pfister will mit Kamerun Finalplatz buchen

Kamerun hat mit Trainer Otto Pfister im Halbfinale des Afrika-Cups gegen Ghana den Titel im Visier. Die Elfenbeinküste will im zweiten Semifinale gegen Ägypten Revanche für 2006.

Wenn heute (18.00 Uhr/live bei Eurosport) Gastgeber Ghana und der viermalige Titelträger Kamerun das Halbfinale des 26. Afrika-Cups eröffnen, trifft die durch die Fans angestachelte Euphorie der Ghanaer auf die Abgeklärtheit der "unzähmbaren Löwen". Für Kameruns deutschen Coach Otto Pfister hat die Kontinental-Meisterschaft derweil noch eine ganz persönliche Note. Schließlich stand er 1992 schon einmal mit dem heutigen Gegner im Finale - und verlor. "Es wäre eine tolle Sache, wenn ich noch einmal die Chance bekommen würde, um den Titel zu spielen. Aber dafür werden wir einen großen Kampf abliefern müssen", sagte er.

Im anderen Halbfinale (21.30 Uhr/live bei Eurosport) spielen Top-Favorit Elfenbeinküste mit Superstar Didier Drogba und Titelverteidiger Ägypten den zweiten Finalteilnehmer aus.

Pfister: "In jedem Mannschaftsteil ein Weltklassespieler

Der gebürtige Kölner Pfister stand bereits vor 16 Jahren als Coach des Vorschlussrunden-Gegners Ghana im Endspiel der Afrika-Meisterschaft und verpasste beim 10:11 nach Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste den größten Erfolg seiner Karriere nur hauchdünn. Die Chancen auf einen zweiten Anlauf stünden gut, meinte der 70-Jährige: "Ich habe das Glück, in jedem Mannschaftsteil einen Weltklassespieler zu haben."

Torwart Idriss Kameni, Abwehrchef und Ex-Kölner Rigobert Song, Mittelfeldmann Geremi und Stürmer-Star Samuel Eto'o bilden die Achse, die Kamerun zum fünften Titelgewinn führen soll. "Außerdem hat Ghana bislang nicht wirklich überzeugt, obwohl sie nur gegen schwächere Teams gespielt haben", so Pfister.

Ein kleiner Seitenhieb auf Kollege Berti Vogts, der mit Nigeria im Viertelfinale an Ghana gescheitert war und vor der Entlassung steht. Vogts habe Fehler gemacht, meinte Pfister: "Man kann nicht in Afrika arbeiten und in Europa wohnen. Auch muss man ab und zu lächeln, das entspricht der Mentalität der Menschen."

Job wohl auch bei Halbfinal-Aus sicher

Pfister, der bereits in zehn afrikanischen Ländern als Nationaltrainer tätig war und Togo bei der WM in Deutschland betreute, kommt auf dem schwarzen Kontinent besser an. Und das, obwohl der "weiße Zauberer", wie er hier genannt wird, offen zugibt: "Ich arbeite wie ein Diktator." Doch der Erfolg gibt ihm recht. Selbst bei einem Halbfinal-Aus scheint eine Entlassung unwahrscheinlich, was bei afrikanischen Verbänden nicht selbstverständlich ist.

Unterdessen warnte Ghana-Coach Claude Le Roy sein Team, das Halbfinale trotz Heimvorteil als Selbstläufer zu sehen und brachte die deutsche Nationalmannschaft als Beispiel: "Meine größte Angst ist, dass sie denken: "Jetzt haben wir es geschafft." Das hat man auch bei Deutschland bei der WM gesehen." Ganz unbegründet scheint die Sorge nicht. So meinte der Leverkusener Bundesliga-Profi Hans Sarpei: "Wir sehen uns natürlich im Finale. Das Potenzial dafür haben wir."

Derweil will die Elfenbeinküste gegen Ägypten Revanche für das verlorene Finale vor zwei Jahren nehmen. "Unser Ziel ist der Titel, und Ägypten steht uns dabei im Weg", sagte Stürmer Salomon Kalou vom FC Chelsea. Bei den ägyptischen "Pharaonen" ist der Einsatz von Mohamed Zidan fraglich. Der Angreifer des Hamburger SV plagt sich mit einer Knöchelverletzung.

© SID

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