Fußball Bundesliga
arena erwägt wohl Verkauf der Bundesliga-Rechte

Der Bundesligasender arena erwägt offenbar, die Bundesliga-Rechte an den Vorgänger Premiere zu verkaufen. Die Anlaufverluste sind den Investoren offensichtlich viel zu hoch.

Dramatische Entwicklungen beim Bundesligasender arena: Nachdem die Geldgeber von Unity Media in Köln bislang erklärt hatten, die TV-Rechte an der Bundesliga auch nach 2009 wieder ersteigern zu wollen, haben sie angesichts von 200 Mill. Euro Anlaufverlusten jetzt nach nur einem Jahr offensichtlich die Nase voll und wollen die Bundesliga-Rechte an den Vorgänger Premiere verkaufen.

Der etablierte Pay-TV-Sender hatte Ende 2005 im Bieter-Verfahren den Kürzeren gezogen, weil er auf mehr Exklusivität pochte und die ARD-Sportschau erst ab 22.00 Uhr genehmigen wollte. Arena erklärte sich mit einer Bundesliga-Sendung ab 18.30 Uhr im Free-TV einverstanden und bezahlt seitdem 220 Mill. Euro pro Saison für die Live-Rechte.

Sollte arena aufgeben, wäre es vermutlich der Beweis dafür, dass in Deutschland nur Platz für einen einzigen Pay-Sender ist. Offensichtlich trägt sich ein reiner Sportsender nicht; Mischkalkulationen sind notwendig. Arena hat derzeit rund 1,1 Mill. Abonennten, Premiere kommt auf 3,4 Millionen, leidet aber unter dem Verlust der Bundesliga-Rechte.

Noch ist völlig unklar, wie Premiere den Rückkauf der Rechte finanzieren will, da arena die Abo-Preise deutlich gesenkt hat. Offensichtlich hat der Platzhirsch Schwierigkeiten, nur mit dem Spielfilm-Angebot, Champions League und minderen Sportrechten seine Abonnentenzahl signifikant zu steigern. Der Aktien-Kurs brach ein; die Abonennten-Zahlen fielen laut Süddeutscher Zeitung um rund 18 Prozent, was zeigt, welches wirkliche Potenzial der Fußball hat.

Parteien warten auf Entscheidung des Bundeskartellamtes

Von den betroffenen Parteien - arena, Premiere, Deutsche Fußball Liga (DFL) - wollte sich offiziell niemand äußern, weil alle noch auf eine Entscheidung des Bundeskartellamtes warten. Dort geht es darum, ob arena und Premiere beim Vertrieb der Bundesliga über Satelliten-Empfang eine Kooperation eingehen dürfen. Der neue Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer kündigte in dem Zeitungsbericht eine Entscheidung über die Kooperation von Unity Media und Premiere für voraussichtlich Mitte Juli an.

Unverständlich bleibt Beobachtern momentan, weshalb Unity Media - der Geldgeber von arena - den Geldhahn so rasch zudrehen will. Mit Anlaufverlusten hatte kalkuliert werden müssen. Zum Vergleich: In Frankreich, wo die ersten Bilder im frei empfangbaren Fernsehen allerdings erst elf Stunden und nicht 75 Minuten nach Abpfiff über die Mattscheibe flimmern, werden derzeit von Canal plus 600 Mill. Euro für die gesamten Rechte bezahlt - und der Pay-Sender kassiert dann Honorare für Unterlizenzen.

© SID

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