Fußball Bundesliga
Ballack nennt Vorwürfe "absolut unverschämt"

Als "absolute Unverschämtheit und völlig haltlos" hat Michael Ballack den Vorwurf bezeichnet, dass er nur aus finanziellen Gründen mit der Vertragsverlängerung bei Bayern München zögert.

Nachdem sich Michael Ballack immer noch nicht für eine Vertragsverlängerung bei Bayern München entschieden und der Rekordmeister sein Angebot zurückgezogen hat, wehrt sich der Mittelfeld-Star gegen den Vorwurf der Geldgeilheit. "Eine absolute Unverschämtheit und völlig haltlos", nannte der 29 Jahre alte Nationalspieler im kicker entsprechende Vorhaltungen.

Er identifiziere sich zu hundert Prozent mit dem FC Bayern, warte aber ab, weil andere an ihm interessierte Vereine gemäß der Statuten des Weltverbandes Fifa "erst ab 1. Januar 2006 mit mir sprechen dürfen. Diese Möglichkeit will ich mir offen lassen". Er habe sich nach wie vor noch nicht entschieden, wo er nach Ablauf seines Vertrages bei den Bayern zum Ende der Saison spielen wolle, ergänzte der Nationalmannschaftskapitän.

Dass er sich noch nicht entschieden habe, "spricht doch eher für den FC Bayern als gegen ihn", sagte Ballack weiter. Es störe ihn, dass ständig darüber lamentiert würde, dass keine deutschen Spieler bei Topvereinen im Ausland spielten, er aber dafür kritisiert werde, wenn er sich mit diesem Thema beschäftige. "Das verstehe wer will."

Magath versucht es positiv zu sehen

Bayern-Trainer Felix Magath hat indes die Entscheidung der Vereinsführung, ihr Angebot an Ballack zurückzuziehen, begrüßt. "So lieb und teuer er uns ist, irgendwann müssen wir einen Punkt machen, wenn er sich nicht erklären kann. Dieser Punkt war nun erreicht", sagte Magath dem kicker. Dennoch gäbe es nun "kein Theater".

Magath sieht in Ballacks Zögern vielmehr Positives. "Ich glaube, dass er sich nun noch mehr bei uns reinknien wird. Deswegen kann ich mit der Situation prima leben." Gleichwohl sondiert Magath bereits den Markt nach Spielern, die Ballack ersetzen könnten. "Natürlich ist nun der Zeitpunkt gekommen, da wir anderweitig tätig werden müssen, und ich muss von nun an auch daran denken, was wir machen und wen wir verpflichten können."

Viele mögliche Nachfolger

Als mögliche Ballack-Nachfolger wurden Marcelinho (Hertha BSC Berlin), Rafael van der Vaart (Hamburger SV), Tim Borowski (Werder Bremen), Deco (Barcelona), Juan Riquelme (Villarreal), Nico Kranjcar (Hajduk Split) und Marc van Bommel (Barcelona) genannt. Magath hält eine interne Lösung mit Ali Karimi, Mehmet Scholl oder Sebastian Deisler ebenfalls für möglich.

"Sebastian war in den letzten Wochen einer der Aktivposten in unserem Spiel", sagte er über Deisler. Scholl indes sei sogar so gut in Form, dass er aus Magaths Sicht "auf alle Fälle ein Thema für die deutsche Nationalmannschaft sein" sollte: "Ich weiß nicht, warum wir auf so einen Trumpf verzichten."

Ballack, für den nach eigener Aussage europaweit nur ein oder zwei Vereine als Alternativen in Frage kommen, lag vom FC Bayern ein Angebot über einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2010 und angeblich 36 Mill. Euro vor. Real Madrid, der FC Barcelona, die beiden Mailänder Klubs Inter und AC, Juventus Turin und Manchester United sollen an ihm Interesse haben.

© SID

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