Fußball Bundesliga
Bayern hohe Hürde für Gladbacher "Fohlen"

Die ganze Bundesliga drückt Horst Köppel am heutigen Freitag die Daumen, wenn die Rückrunde mit dem Spiel seiner Gladbacher Borussia gegen Bayern München eingeläutet wird. Die Bayern fühlen sich allerdings gewappnet.

An Bayern München haben nicht viele Gegner freudige Erinnerungen - Horst Köppel schon. In seinem ersten Spiel auf der Trainerbank von Borussia Mönchengladbach führte "Onkel Horst" sein Team am 30. Oktober 2004 prompt zu einem 2:0-Sieg gegen den Rekordchampion. Am Freitag (20.30 Uhr, live in der ARD) will der fünfmalige deutsche Meister zum Rückrundenauftakt seine bemerkenswerte Heimserie im Klassiker gegen die Bayern ausbauen und damit vielleicht wieder ein bisschen mehr Spannung in die Bundesliga bringen.

"Ich weiß, dass uns viele Leute die Daumen drücken. Für mich ist das zweitrangig", sagte Köppel in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker: "Wir wollen in der Erfolgsspur bleiben. Ein erster Schritt wäre, wenn wir es schaffen, die Bayern zu ärgern." Der Trainer, der "schnellstens 35 oder 36 Punkte holen" will, bevor man sich neue Ziele steckt, kennt aber auch die "überragende individuelle Klasse" der Bayern: "Erwischen die Bayern einen guten Tag, gewinnen sie gegen jede Mannschaft."

Gladbach kein gutes Pflaster für Bayern

In Gladbach war das aber zuletzt vor mehr als sieben Jahren der Fall. Der letzte Sieg des Double-Gewinners bei der Elf vom Niederrhein datiert vom 16. Dezember 1998. Ausgerechnet der Ex-Gladbacher Stefan Effenberg sorgte mit zwei Treffern beim 2:0 für den bis heute einzigen Münchner Sieg seit 1987. Dem seltenen Triumph folgten zwei torlose Remis und zwei Borussia-Erfolge. Die Bayern, die in Gladbach insgesamt nur zwei Siege in den letzten 22 Spielen verbuchten, warten beim alten Rivalen zudem seit 423 Minuten auf einen Torerfolg.

"Gegen die Bayern habe ich immer gut ausgesehen, auch als Spieler", meinte Köppel. Der heute 57-Jährige stand in der legendären Gladbacher Elf, die am 18. Mai 1974 den damaligen Europapokalsieger der Landesmeister mit 5:0 abfertigte und für den höchsten Heimsieg der Gladbacher im Bundesliga-Klassiker sorgte.

Vor 15 Monaten war Köppel nach der Entlassung von Holger Fach nur für ein einziges Spiel als Interimstrainer verantwortlich gewesen. Völlig überraschend führte er die schwer angeschlagene Borussia zum Erfolg. Dennoch wurde Dick Advocaat als neuer Chefcoach geholt. Erst als der ungeliebte Niederländer am 18. April 2005 das Handtuch warf, durfte Köppel das Ruder endgültig übernehmen.

"Können den Leuten nicht zwölf oder 13 Punkte anbieten"

Es folgte der Klassenerhalt und die erfolgreichste Hinrunde seit dem Wiederaufstieg 2001 (25 Punkte). Entsprechend groß ist nun die Erwartungshaltung der Fans. "Wir können den Leuten in der Rückrunde natürlich nicht zwölf oder 13 Punkte anbieten", erklärte Manager Peter Pander. Obwohl zum Beispiel Angreifer Oliver Neuville den Uefa-Cup als zwar schwer zu erreichendes, aber nicht unmögliches Ziel nennt, hebt Köppel allerdings immer wieder hervor: "Für Europa sind wir noch nicht reif." Vor einem möglichen Absturz hat er aber "überhaupt keine Angst".

Die Bayern treten drei Tage nach dem in der Verlängerung erkämpften 3:2-Erfolg im Pokal-Viertelfinale gegen den FSV Mainz 05 mit gewohnt breiter Brust im Borussia-Park an. Von Negativserie ist da nicht die Rede. "Wir haben im Gegensatz zu Gladbach jetzt den Vorteil, dass wir schon gefordert wurden", sagte Michael Ballack. Deshalb habe den Bayern die Partie gegen die Mainzer mit Blick auf Freitag "sehr geholfen", meinte auch Magath, dem Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in Kürze einen unbefristeten Vertrag anbieten will.

Mit Spannung erwartet wird das erste Duell zwischen den Nationalspielern Marcell Jansen und Philipp Lahm, die sich beide Hoffnungen auf den Platz des Linksverteidigers im WM-Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klinsmann machen. Im Gladbacher Angriff wird neben Neuville nach langer Verletzungspause voraussichtlich erstmals in dieser Saison der Belgier Wesley Sonck zum Einsatz kommen. "Torschütze des Jahres" Kasper Bögelund nimmt wegen Beschwerden an der Achillessehne wohl zunächst auf der Bank Platz.

© SID

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