Fußball Bundesliga
Bielefelds Präsident Schwick im Amt bestätigt

Arminia Bielefelds Präsident Hans-Hermann Schwick ist bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag in seinem Amt bestätigt worden. Er wird dem Verein für weitere dei Jahre vorstehen.

Als der dienstälteste Präsident der Bundesliga um neun Minuten vor Mitternacht mit seinem Team im Amt bestätigt wurde, war die Reaktion symbolisch: Ein Mix aus Jubel, Pfiffen und Buh-Rufen erfüllte die Stadthalle, und statt sich ausgelassen zu freuen, schwankte der Vorstand von Arminia Bielefeld zwischen Kopfschütteln und Erleichterung.

"Das war kein Chaos, aber es war sehr emotional", sagte Präsident Hans-Hermann Schwick, der den Tabellen-15. seit 1991 ehrenamtlich führt und vor seiner Wiederwahl für weitere drei Jahre eine viereinhalbstündige Marathon-Sitzung hinter sich bringen musste, die teilweise aus dem Ruder zu laufen drohte.

Turbulenzen trotz guter Jahresbilanz

Die Krisen-Herde der Vergangenheit wie die Entlassungen von Trainer Ernst Middendorp und Sportdirektor Reinhard Saftig wurden zu Randthemen. Doch dies verhinderte ebenso wenig einen turbulenten Abend wie der erlösende erste Sieg im Jahr 2008 drei Tage zuvor oder die gute Jahresbilanz.

Frustriert war vor allem Geschäftsführer Roland Kentsch, auf den sich während der teilweise hitzigen Diskussion der Frust der knapp 500 Mitglieder fokussierte. "Da legt man die beste Bilanz der 103-jährigen Vereinsgeschichte vor, und es kommt keine einzige positive Wortmeldung", sagte Kentsch: "Das muss man erst einmal sacken lassen."

Immerhin 37,8 Prozent der Mitglieder hatten dem Vorstand die Zustimmung verweigert. Ihre beiden wichtigsten Anträge wurden am Dienstag nicht mehr aufgenommen, aber bereits für das kommende Jahr. Es handelte sich um die Forderung, dass Kentsch seine Doppelfunktion als Schatzmeister des e.V. und Geschäftsführer der Kgaa aufgeben muss, und die nach einem sofortigen Verwendungs-Stopp des neuen Logos.

Der Klub hatte die rund 50 000 Euro teure Kampagne, die ihn für überregionale Sponsoren interessant machen soll, ohne Befragung der Fans gestartet, die zudem über das Wegfallen des "DSC" erbost waren. "Diesen Schuldvorwurf nehmen wir an", sagte Schwick.

Schwick tritt gegen Middendorp und Saftig nach

Möglichen Diskussionen über Middendorp und Saftig nahm der 61 Jahre alte Jurist den Wind aus den Segeln, als er gegen beide deutlich nachtrat. Der Ex-Trainer habe nach dem Klassenerhalt die "Feuerwehrmentalität beibehalten und Hierarchien aufgelöst". Am Ende habe es "klare Zeichen der Disharmonie mit leistungshemmenden Folgen" gegeben.

In Saftigs Arbeit sei eine "Lähmung" zu erkennen gewesen, die "zu einer Belastung für den Verein geworden sei". In seinem Fall geht die Arminia weiter davon aus, ihn nur bis zum 30. Juni bezahlen zu müssen, da der Ex-Bundesligacoach den neuen Kontrakt trotz dreimaliger Aufforderung nicht unterschrieben habe.

"Keine Zustände wie in Kaiserslautern"

Für das Jahr 2007 wies die Arminia einen Rekord-Umsatz von 32, sechs Mill. Euro und einen Gewinn von 69 000 Euro auf. Den langfristigen Bankverbindlichkeiten von 11,8 Mill. nach dem Bau der neuen Tribüne steht nun das im Eigentum des Klubs stehende Stadion mit einem von Schwick geschätzten Wert von 50 bis 70 Mill. gegenüber. "Nicht nur deshalb könnte es uns im Falle eines Abstiegs niemals wie Kaiserslautern ergehen", versprach Schwick. Mit der Tribüne sei man sogar in der "Champions League der Bundesliga angekommen" meinte der Klub-Chef euphorisch über das "Juwel". Nicht nur hier reagierte das Auditorium höhnisch.

Bei der nächsten Wahl in drei Jahren werden in Albrecht Lämmchen und Conrad Schormann zwei seiner vier Mitstreiter nicht mehr zu Wahl stehen, verriet der Präsident. Er selbst wisse noch nicht, ob er dann wieder kandidieren wolle. Seine Aufgaben sind klar: Den Finanz-Kurs halten, das sportliche Ziel "dauerhaftes Mitglied der Bundesliga zu sein" erreichen - und die Wogen in Ostwestfalen glätten.

© SID

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