Fußball Bundesliga
Einigkeit über Zukunftsgestaltung der Bundesliga

Zwischen Andreas Müller, Jürgen L. Born und Hans-Joachim Watzke herrscht weitgehende Einigkeit über die Zukunftsgestaltung der Bundesliga. So erteilten alle drei Funktionäre allmächtigen Investoren eine klare Absage.

Eine klare Absage an allmächtige Investoren, Zufriedenheit über die Vergabe der TV-Vermarktungsrechte an Leo Kirch und Offenheit gegenüber einer Neuregelung der Übertragungen im Free-TV: Zwischen Manager Andreas Müller vom deutschen Vizemeister Schalke 04, Werder Bremens Vorstandsvorsitzendem Jürgen L. Born und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund herrscht weitgehende Einigkeit über die Zukunftsgestaltung in der Bundesliga.

Vor allem die Abkehr von der 50+1-Regelung der Deutschen Fußball Liga (DFL), nach der ein Klub bei einem Einstieg eines Investors die Anteilsmehrheit und die Entscheidungshoheit über die Vereinsgeschicke behalten muss, halten die drei Funktionäre für nicht ratsam. "Die wichtigste Rahmenbedingung ist, dass der Investor keine Macht über den Verein bekommt. Derart, dass er Manager, Trainer und Spieler einstellt und rauswirft", sagte Born in einem Dreier-Interview mit dem Fachmagazin kicker.

Watzke ergänzte: "Wir haben keine angelsächsische Kultur, der Deutsche will eine Identifikation mit seinem Klub. Wenn die nicht mehr da ist, weil einer aus Russland die Macht an sich reißt, wird darunter die ganze Bundesliga leiden, weil sich die Fans abwenden." Zudem habe der BVB mit Gründung seiner Aktiengesellschaft gezeigt, dass man schon jetzt über alle Möglichkeiten verfüge. Man könne in einen Klub investieren, müsse sich aber bewusst sein, dass man keinen Einfluss auf die Personalpolitik habe.

Auch Schalke will nach Angaben von Müller nicht mit der bestehenden Regelung brechen. "Ich bin genauso gegen eine Neuregelung, bei uns ist es ohnehin nicht möglich. Wir sind ein e.V. und wollen dies auch bleiben", sagte der Manager und betonte, dass es auch von Seiten des derzeitigen Schalke-Sponsors (Gazprom) keine gegenteiligen Forderungen gegeben habe.

Neuer TV-Vertrag "Schritt in die richtige Richtung"

Unabhängig von der Investorenfrage soll von 2009 bis 2015 der neue TV-Vermarktungsvertrag mit Kirch zusätzliche Gelder generieren. Born bezeichnet den Deal als einen "ausbaufähigen Schritt in die richtige Richtung" und verteidigt auch die lange Laufzeit. Unterstützung erhält er von Watzke: "Niemand investiert zwei Mrd., die er in zwei Jahren refinanzieren muss. Der eine oder andere Kritiker hätte ja durchaus die Möglichkeit gehabt, der DFL-Geschäftsführung Alternativen zu empfehlen. Da kam aber nichts."

Überhaupt ist der BVB-Vertreter ein großer Befürworter des Vertrages. "Der Liga werden ab 2009 im Schnitt der nächsten sechs Jahre 576 Mill. zufließen", sagte Watzke, dessen Vereinschef Reinhard Rauball auch Liga-Präsident ist: "Das ist eine hervorragende strategische Leistung von Geschäftsführung und Vorstand der DFL."

Ob auch ab 2009 Bundesliga-Bilder vor 20.00 Uhr im Free-TV zu sehen sein werden, wollten die Vereinsvertreter nicht grundlegend beantworten. Nach Ansicht Borns würden Sponsoren bei einer Verlegung der Übertragungen auf einen späteren Zeitpunkt "möglicherweise kritisch reagieren", er sei sich aber sicher, dass die Bundesliga so "werthaltig" bleibe wie bisher. Watzke betonte derweil: "Wir sollten beim Free-TV nicht allein über die Sportschau reden. Es gibt etliche Free-TV-Sender. Ich bin Anhänger der Sportschau, aber dann muss die ARD bereit sein, einen adäquaten Preis zu zahlen."

© SID

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