Fußball-Bundesliga
HSV-Boss deutet Ende der Geduld an

45 geniale Minuten von Sebastian Deisler degradierten Rafael van der Vaart und Co. zu Schuljungen und brachten Trainer Thomas Doll in fast ausweglose Bedrängnis. Der gab sich anschließend zwar weiter kämpferisch. Doch auch bei den Fans kippt angesichts des Angsthasenfußballs die Stimmung: Sie verlieren langsam aber sicher die Geduld mit Trainer und Mannschaft – genau wie HSV-Clubchef Bernd Hoffmann.

dpa HAMBURG. „Dass jetzt viele Leute aus den Schützengräben kommen, ist ja normal in einer Neid- und Machtgesellschaft. Ich bin inzwischen schon abgehärtet, ich kann damit umgehen“, sagte ein sich kämpferisch gebender Doll nach der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen den FC Bayern München und schloss einen Rücktritt vor der Partie in Bochum aus. „Wir haben eine massive Krise. Wir müssen da schnell wieder rauskommen und haben nicht ewig dafür Zeit“, deutete HSV-Clubchef Bernd Hoffmann an, dass seine Geduld wie die der Anhänger nach 22 Pflichtspielen mit nur einem Sieg bald am Ende ist.

Mindestens bis zur Winterpause will man mit Doll durchhalten. „Nicht nur die nächsten drei Wochen, sondern wenn es irgendwie geht, die nächsten drei Jahre“, sagte Hoffmann im DSF-„Doppelpass“ und schloss eine Entlassung nach einer Niederlage in Bochum aus. Sein Schicksal als Vorstandsvorsitzender werde er allerdings nicht mit dem von Doll verknüpfen. „Auch wenn der Wind mächtig von vorn kommt, kann es nicht sein, dass der Kapitän das Schiff verlässt“, bekräftigte der 43-Jährige.

„Wir haben die Schnauze voll“, skandierten die bisher geduldigen Hamburger Fans, als ihr Team nur noch Angsthasenfußball spielte und die Münchner zum dritten Mal in Serie in der Bundesliga einen Rückstand gedreht hatten. An dem Sieg der Spätstarter etwas auszusetzen hatte allerdings Bayern-Manager Uli Hoeneß: „Die Mannschaft braucht anscheinend den Kick, erst 0:1 hinten zu liegen und dann Gas zu geben. Mit der Champions-League-Belastung kostet das zu viel Kraft und geht auf Dauer nicht gut.“ Der Trainer habe unbedingt mit der Mannschaft zu reden, ordnete Hoeneß an, der nicht verstehen konnte, warum seine Schützlinge nach der Moskau-Reise in der ersten Halbzeit total passiv waren und dann erst aufdrehten.

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