Fußball Bundesliga
Nur zehn Profis beim ersten Bayern-Training

Überschaubar war die Zahl der Profis die Trainer Felix Magath zum Trainingsauftakt bei Rekordmeister Bayern München begrüßen konnte. Wegen der zahlreichen WM-Teilnehmer fanden sich erst zehn Akteure ein.

Mit nur zehn Spielern und ungewohnt defensiv ist Rekordmeister Bayern München in die neue Bundesliga-Saison gestartet. "Wir würden das Double sehr gerne verteidigen. Aber die Meisterschaft ist kein Muss. Und vom Titel in der Champions League zu reden, ist schlichtweg nicht möglich", sagte Manager Uli Hoeneß beim Trainingsauftakt am Mittwoch, bei dem Trainer Felix Magath auf die zehn WM-Fahrer und vier angeschlagene Stars verzichten musste.

Vor einem Jahr hatten die Bayern das Triple als Ziel postuliert - nun geben sie sich mit weniger zufrieden. "Unsere Aufgabe wird es sein, attraktiven Fußball und Erfolg unter einen Hut zu bringen", sagte Hoeneß. Die Nationalmannschaft habe bei der WM bewiesen, dass dies möglich ist. "Und wir wollen unsere nationale Vormachtstellung zementieren sowie den Vorsprung anderer Vereine auf internationaler Ebene verkleinern", ergänzte Hoeneß.

Anders als Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der unlängst gefordert hatte, dass der Spaß am Spiel künftig vor Titeln stehen sollte, mahnte Hoeneß zugleich vor zuviel Lockerheit. "Die Lösung kann nicht sein, immer 4:5 zu verlieren, zufrieden nach Hause zu gehen und beim Blick auf die Tabelle den FC Bayern auf Rang fünf zu sehen", sagte er: "Damit werden wir nicht zufrieden sein."

Ohne Ballack attraktiver spielen

Magath erwartet, dass sein Team die Fans begeistern wird. "Wir haben mit Michael Ballack einen sehr wichtigen Spieler verloren, doch sein Weggang wird unser Spiel attraktiver machen", sagte er. Es wäre aber ungerecht, meinte Magath, vom FC Bayern eine ähnlich offensive Spielweise zu erwarten, wie sie die Nationalmannschaft zum Teil bei der WM gezeigt hat. "Ich will auch ein Spektakel sehen, aber so wird das nicht funktionieren", sagte er.

Den Gerüchten um eine Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy gab Hoeneß keine neue Nahrung. "Wir bräuchten eigentlich keinen weiteren Angreifer. Mit dem Kader könnten wir in die Saison gehen", sagte er. Zugleich bekannte Hoeneß aber, "dass uns das ein oder andere noch im Näschen ist. Wir würden gerne noch etwas tun, Substanziell nötig ist es aber nicht." Verkaufen wolle der Klub keinen seiner 24 Profis - schon gar nicht Philipp Lahm. "Wir werden ihn für kein Geld der Welt abgeben", sagte Hoeneß. Das gelte auch für den umworbenen Lucio.

Der Brasilianer bildet mit Neuzugang Daniel van Buyten das neue Traumpaar in der Innenverteidigung. "Ich bin hier hergekommen, um Titel zu holen. Dieser Verein spielt nur, um zu gewinnen. Das ist auch mein Ziel", sagte der ehemalige Hamburger. Magath erwartet von ihm, "dass er ein Führungsspieler und Ballack als Persönlichkeit ersetzen wird". In Christian Lell, der vom 1. FC Köln zurückkehrte, und Stephan Fürstner, der von der zweiten Mannschaft aufrückte, nahmen zwei weitere Zugänge an der rund 90-minütigen Einheit teil.

WM-Teilnehmer kommen Ende Juli

Lukas Podolski, der vierte Neue, wird wie Lahm, Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn und Willy Sagnol gegen Ende Juli an der Säbener Straße erwartet. Lucio, Owen Hargreaves, Roque Santa Cruz, Julio dos Santos und Ali Karimi kommen etwas früher aus ihrem dreiwöchigen Urlaub zurück. Länger müssen sich die Rekonvaleszenten Martin Demichelis und Valerien Ismael sowie vor allem die etwas schwerer verletzten Sebastian Deisler und Andreas Görlitz gedulden.

Am Freitag ist das erste Testspiel für die Bayern angesetzt. Um 18.30 Uhr gastiert der Double-Sieger beim Amateurklub TSV Berching. Am Montag reist die Mannschaft für fünf Tage ins Trainingslager nach Donaueschingen, wo das erste von sieben Vorbereitungsspielen gegen den FV Donaueschingen ansteht. Der deutsche Meister eröffnet am 11. August die Saison zu Hause gegen Borussia Dortmund.

© SID

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