Fußball Bundesliga
Rauball biegt auf den Rechtsweg ein

Im Streit mit dem Bundeskartellamt hat Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball noch einmal angekündigt, juristisch gegen die Bundesbehörde vorzugehen.

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball hat in der Kontroverse um die TV-Vermarktung der Bundesliga noch einmal rechtliche Schritte gegen das Bundeskartellamt angekündigt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) werde auf alle Fälle juristisch gegen die Bundesbehörde vorgehen, sollte diese einen rechtskräftigen Bescheid gegen die DFL erlassen, der die Zeiten einer Ausstrahlung der Bundesliga-Berichte im frei empfangbaren Fernsehen vorschreibe.

"Der Hintergrund ist, wenn man nicht den Rechtsweg geht, manifestiert man auf lange Sicht die 18 bis 20 Uhr-Diktion des Bundeskartellamtes. Schon das greifen wir an, damit uns in zukünftigen Verhandlungen nicht vorgeworfen werden kann, wir seien nicht dagegen vorgegangen", sagte der Präsident von Borussia Dortmund in einem Interview und führte weiter an: "Im Ligaverband oder auch bei der DFL tragen wir eine hohe Verantwortung. In Aachen, Augsburg oder Mainz haben wir Vereine, die zurzeit neue Stadien bauen. Die gehen davon aus, dass die TV-Vermarktung eine gesicherte hohe Einnahme ist. Wenn das nicht der Fall ist, kann es natürlich sein, dass irgendwann die Bauarbeiten eingestellt werden müssen. Das ist keine Hysterie, sondern ein Szenario, mit dem man sich auseinandersetzen muss".

Rauball unterstrich die Berechtigung der Forderung nach mindestens 80 Mill. Euro mehr aus der Zentralvermarktung ab der Saison 2009/10: "Die Bundesliga ist ein ganz stabiler Faktor in Deutschland. Wir zahlen über eine halbe Milliarde an Steuern und Abgaben. Die Bundesliga erhält keine Subventionen. Darüber hinaus unterstützen die Bundesligavereine die Arbeit in den Amateurvereinen mit 19 Mill. Euro im letzten Jahr. Die Jugendarbeit in den Leistungszentren subventioniert die Liga mit 60 Mill. Euro im Jahr. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung, der wir uns stellen und der wir gerecht werden."

Sollten ARD/Sportschau und Pay-TV/Premiere quasi ein Monopol auf die Rechte haben, sei sogar ein Absinken der TV-Einnahmen theoretisch nicht ausgeschlossen. "Warum sollte die ARD noch so viel geben wie bisher, wenn sie doch quasi eine Bestandsgarantie vom Kartellamt bekommen hat? Dann können die doch theoretisch beim nächsten Mal weit weniger bieten", meinte Rauball.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%