Fußball Bundesliga
Rauball tritt Holzhäuser-Nachfolge an

Der neue Präsident des Ligaverbandes heißt wie erwartet Reinhard Rauball. Die 36 stimmberechtigten Vertreter der Erst- und Zweitligisten wählten den 60-Jährigen einstimmig zum Nachfolger von Wolfgang Holzhäuser.

Jetzt ist es amtlich: Reinhard Rauball ist am Dienstag erwartungsgemäß zum neuen Präsidenten des Fußball-Ligaverbandes gewählt worden. Die 36 stimmberechtigten Vertreter der Erst- und Zweitligisten wählten den 60 Jahre alten Juristen in einem Berliner Hotel für die kommenden drei Jahre einstimmig zum Nachfolger des kommissarischen Ligaverbands-Präsidenten Wolfgang Holzhäuser.

Flammende Rauball-Rede

Mit einer flammenden Rede hat Rauball seine dreijährige Amtsperiode eingeläutet und den neuen Vorstand nach den Machtkämpfen in den vergangenen Wochen als "elf Freunde" auf Harmonie getrimmt: "Wie in einer Fußball-Mannschaft soll unsere Solidarität und unser Zusammenhalt aussehen. Ich persönlich reiche jedem meine Hand zu einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit", sagte der 60-Jährige und fügte hinzu: "Vom Vorstand geht ein Signal der Geschlossenheit aus. Das zeigen die klaren Abstimmungsergebnisse."

Jurist Rauball und seine beiden Stellvertreter Peter Peters (Schalke 04) und Harald Strutz (FSV Mainz 05) wurden einstimmig zum neuen Führungstrio des Ligaverbandes gewählt. Im Vorstand vertreten sind zudem für die Bundesliga Heribert Bruchhagen (Eintracht Frankfurt) und Karl-Heinz Rummenigge (Bayern München), für die 2. Liga Michael Meier (1. FC Köln) und Andreas Rettig (FC Augsburg).

Auch die vier DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, Holger Hieronymus, Christian Müller und Tom Bender wurden nach einer Satzungsänderung in den Ligavorstand berufen und machten damit das nunnmehr elfköpfige Gremium komplett. Werder Bremens Geschäftsführer Manfred Müller, der am Montag in einer internen Abstimmung gegen Bruchhagen und Rummenigge unterlag, bekam wie auch Henrich Breit (SC Freiburg), Roland Kentsch (Arminia Bielefeld) und Kurt Gaugler (ehemals Wacker Burghausen) einen Sitz im Aufsichtsrat.

Erste Aufgaben der neuen Ligaverbands-Führung sind die Einführung von Relegationsspielen ab der Saison 2008/2 009 sowohl zwischen der 1. und 2. Liga als auch zwischen der 2. Liga und der neuen 3. Profiliga. Diese Satzungsänderung muss allerdings noch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgesegnet werden. Zudem soll ab der Spielzeit 2009/2 010 ein einheitlicher Spielball durch die Bundesliga-Stadien rollen. "Es gibt keine heiligen Kühe mehr", meinte Rauball.

Der neue Liga-Boss forderte bereits vor seiner Wahl "Disziplin nach innen". Doch insbesondere die Konflikte um seinen Vorgänger Wolfgang Holzhäuser kochten bei der Generalversammlung der Liga noch einmal hoch. "Sie sind schon ein Mensch, der eine gewisse Widerborstigkeit an den Tag legt", meinte Kölns Manager Meier und forderte Holzhäuser auf: "Verlassen sie den Vorstand nicht mit Groll. Ich kenne ihre Affinität zur 68er Generation. Sie sollen sich ja auch mal auf der Straße mit langen Haaren geprügelt haben. Machen Sie aber jetzt keine außerparlamentarische Opposition. Bringen Sie Ihre Kompetenz ein."

Rauball dankte seinem Vorgänger mit emotionalen Worten: "Ich werde mir bei Ihnen Rat holen. Es gibt kaum jemanden, der mit so viel Fach- und Sachkompetenz gesegnet ist. Sie können den Liga-Verband und die DFL als ihr Baby bezeichnen." Holzhäuser selbst bedankte sich bei den Rednern und versprach: "Ich scheide nicht im Groll und werde mich nicht außerparlamentarisch betätigen."

Demonstrativer Handschlag zwischen DFB und DFL

Zuvor hatten sich der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereits demonstrativ die Hände gereicht und eine enge Kooperation angekündigt. "Wir sind untrennbar und unauflösbar miteinander verbunden", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger bei seinen Ausführungen und sprach von einem Miteinander auf Augenhöhe: "Wenn wir in diesem Geiste weiterarbeiten können, dann wird die unglaubliche Ausstrahlung, die der Fußball zurzeit auf die Menschen ausübt, fortgesetzt." Der Grundlagenvertrag regelt die Geldflüsse zwischen DFB und DFL. Auch Rauball kündigte seine Kooperation mit dem Dachverband an.

Unterdessen wurde der Anfang des Jahres verstorbene Werner Hackmann zum ersten Ehrenpräsident des Ligaverbandes ernannt. Hackmann war bis zu seinem Tode am 28. Januar 2007 Chef des Ligaverbandes.

© SID

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