Fußball Bundesliga
Rauball zieht beim BVB eine positive Bilanz

Dem Rückblick auf die jüngste Vergangenheit mit dem drohenden wirtschaftlichen Kollaps und der vielversprechenden sportlichen Gegenwart von Borussia Dortmund folgten optimistische Prognosen und eine klare Aufforderung für die Fußball-Profis. "In den nächsten fünf Jahren braucht der BVB wieder internationalen Fußball", erklärte Hans-Joachim Watzke, der scheidende Schatzmeister und Geschäftsführer der GmbH und Co. KGaA, die finanziellen Zwänge im Rahmen des Sanierungskonzepts auf der Jahreshauptversammlung und stellte nach einem turbulenten Jahr fest: "Mit diesen Fans und Mitgliedern ist der Verein unzerstörbar."

Einen Tag nach dem 2:0-Erfolg im Punktspiel gegen Hertha BSC Berlin, mit dem die Schwarz-Gelben den Anschluss an die Uefa-Cup-Plätze wahrten, wurde Albrecht Knauf (62) von der großen Mehrheit der rund 900 anwesenden Mitglieder in der Westfalenhalle zwei zum Vizepräsidenten gewählt.

Lunow wird neuer Schatzmeister

Knauf tritt die Nachfolge von Henning Kreke an, der sein Amt im Frühjahr zur Verfügung gestellt hatte. Als neuer Schatzmeister rückte Reinhold Lunow (52) ins Präsidium. Der Mediziner übernimmt das vakante Amt von Watzke, der im Januar nach dem Rücktritt von Gerd Niebaum die Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA übernommen hatte.

Die Wahl der beiden Wunschkandidaten von Präsident Reinhard Rauball beenden die Runderneuerung der Vereinsführung nach zwei tubulenten Jahren, in denen dem wirtschaftlich stark angeschlagene Klub im März sogar das Aus drohte. "Der Erneuerungsprozess ist damit abgeschlossen und für die Zukunft tragfähig", sagte Rauball, der im Jahr zuvor auf einer brisanten und emotionalen Jahreshauptversammlung das Amt des auf öffentlichen Druck zurückgetretenen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum angetreten hatte.

Watzke bittet die Mitglieder um Geduld

Außerdem wurde eine Neufassung der Vereinssatzung beschlossen. Kernpunkt sind die klaren Trennungen der Ämter im eingetragenen Verein von denen im börsennotierten Unternehmen, die Watzke mit seinem Rücktritt als Schatzmeister eingeleitet hatte. Der Geschäftsführer der KGaA zog eine persönliche Bilanz der vergangenen zwölf Monate und versprach den Mitgliedern: "Die KGaA bleibt das wirtschaftliche Herzstück von Borussia Dortmund. Derartige desaströse Bilanzergebnisse bis hin zu einer existenzbedrohenden Situation darf und wird es deshalb nicht mehr geben."

Man bewege sich, so Watzke, inzwischen wieder auf einem dickeren Fundament, "das aber noch immer mit einem Risiko behaftet ist" und bat die Mitglieder weiterhin um Geduld. Allerdings versuche man in der nahen Zukunft den finanziellen Bewegungsspielraum zu lockern, um eine schlagkräftige Mannschaft zu stellen.

Rauball betont die "beispiellose Jugendarbeit"

Derweil wurde das aktuelle Team "mit sechs Eigengewächsen in der Anfangsformation im Spiel gegen Hertha BSC" (Rauball) sowie Trainer Bert van Marwijk mit Standing Ovations empfangen. "Borussia Dortmund hat wieder ein schwarz-gelbes Gesicht", stellte Rauball fest und sprach stolz vom "Ergebnis einer bespiellosen Jugendarbeit".

Bei allen positiven Zeichen eines Aufwärtstrends zeigte das Präsidium kein Verständnis an der Kritik einiger Mitglieder an der Umbenennung des Westfalenstadions ab dem 1. Dezember in Signal Iduna Park (24 Mill. Euro für fünf Jahre). Die Vermarktung des Stadions sei immer ein Bestandteil des Sanierungskonzeptes gewesen. Watzke: "Außerdem: Wenn man im Vorraum der Pathologie liegt, hat man wenig Alternativen."

© SID

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