Fußball Bundesliga
Stuttgart euphorisch, Schalke vorsichtig

Der VfB Stuttgart hat vor der Partie in Dortmund den Traum von der Rückkehr in die Champions League noch nicht aufgegeben. Schalke 04 reist mit schlechten Erinnerungen nach Bochum.

Der VfB Stuttgart setzt in der Bundesliga drei Spieltage vor dem Saisonende einmal mehr auf seine Qualitäten im Schlussspurt. "Noch drei Siege und wir schaffen es in die Champions League", tönte VfB-Manager Horst Heldt im Vorfeld der heutigen Begegnung bei Borussia Dortmund (20.00 Uhr/live bei Premiere). Trainer Armin Veh legte die Latte vor den Fernduellen mit dem Tabellendritten Schalke 04 und dem Hamburger SV allerdings weniger hoch auf und sprach lediglich vom Uefa-Cup-Platz. Vor den letzten 270 Minuten der 45. Bundesliga-Saison ist man sich beim entthronten Meister in punkto Zielen offenbar nicht einig.

Vier Punkte trennen die Schwaben und den HSV (beide 51) von Rang drei, und beide Teams hoffen auf einen Ausrutscher der Schalker (54) im Dienstagspiel der 32. Runde beim VfL Bochum. Die Hamburger müssen erst am Mittwoch im Nordderby gegen den Zweiten Werder Bremen (57) antreten.

"Wir stehen vor der Woche der Wahrheit"

Der spektakuläre 4:1-Erfolg des VfB am vergangenen Samstag gegen Eintracht Frankfurt hat im Ländle eine neue Euphorie entfacht. "Wir stehen vor der Woche der Wahrheit. Der Sieg ist nur etwas wert, wenn wir in Dortmund und Wolfsburg nachlegen", meinte Mittelfeldspieler Yildiray Bastürk, weiß jedoch auch um die Auswärtsschwäche seiner Mannschaft. Denn aus den letzten vier Gastspielen holten die Stuttgarter lediglich zwei Zähler.

Der BVB und dessen Trainer Thomas Doll stehen nach der schwachen Vorstellung beim 0:0 gegen Nürnberg unter Druck. Eine erneute Blamage können sich die Westfalen, die zudem seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg sind, innerhalb von vier Tagen vor heimischen Fans nicht erlauben. Der viel kritisierte Doll nimmt seine Mannschaft in die Pflicht: "Die Spieler müssen sich Gedanken machen, wie wir es hinbekommen, dass wir uns nicht schämen müssen, wenn wir nach dem Schlusspfiff Autogramme schreiben."

Schalke hingegen fährt derweil mit schlechten Erinnerungen zum "kleinen" Revierderby nach Bochum. Das 1:2 im Vorjahr am 31. Spieltag bedeutete den Anfang vom Ende aller Meisterträume. "Wir haben die Niederlage aus dem letzten Jahr noch im Hinterkopf, das ist nicht vergessen. Dortmund hat schon dafür bezahlen müssen. Ich hoffe, dass wir auch den VfL schlagen", sagte Nationalspieler Fabian Ernst und warnte seine Teamkollegen: "Bochum wird wieder Leidenschaft und Kampf einbringen. Dann müssen wir eben unsere spielerische Überlegenheit nutzen."

Bochums Coach Marcel Koller wünscht sich ein ähnlich intensives Nachbarschafts-Duell wie in der letzten Spielzeit: "Denn das war das geilste überhaupt seit ich beim VfL bin. Diesmal ist die Konstellation ähnlich, nur dass wir Schalke nicht den Titel, sondern die Qualifikation für die Champions League verderben können."

Kaum Hoffnung bei Hansa, Energie muss sich steigern

Doch wie Bochum bewegen sich auch Hannover 96 und der Karlsruher SC im Niemandsland der Tabelle. "Doch wir werden uns deshalb jetzt nicht hängen lassen", verspricht 96-Trainer Dieter Hecking vor dem Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht Hansa Rostock, um auch eventuellen Vorwürfen der Wettbewerbsverzerrung jegliche Nahrung zu nehmen. Rostock scheint sich angesichts von fünf Punkten Abstand zum rettenden Ufer und sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen bereits aufgegeben zu haben. Körpersprache und Äußerungen der Spieler lassen darauf schließen.

Der seit vergangenen Oktober nicht mehr zum Einsatz gekommene Mittelfeldspieler Rene Rydlewicz hat in einem Interview mit dem kicker mit dem Klub und auch Trainer Frank Pagelsdorf abgerechnet: "Die Entwicklung, die hier vonstatten geht, ist nicht gesund für den Verein. Dieses ganze Gerede von Ausbildungsverein und Blablabla ist totaler Quatsch. Nur wenn man alle Kräfte nutzt und alle Möglichkeiten ausschöpft, hat ein kleiner Verein wie Hansa die Chance auf den Nichtabstieg."

Zum letzten Aufbäumen gegen den drohenden Abstieg hat Trainer Bojan Prasnikar die Profis des Tabellen-14. Energie Cottbus vor der Reise zum Karlsruher SC aufgefordert. "Wir haben drei Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Den gilt es zu halten", meinte der 55 Jahre alte Coach, während Torhüter Gerhard Tremmel warnte: "Mit einer Leistung wie in Bremen steigen wir jedoch ab."

© SID

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