Fußball Bundesliga
Verschärftes Lizenzierungsverfahren beschlossen

Auf der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes ist von den Vertretern der 36 Bundesliga-Klubs eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens beschlossen worden. Die Vereine werden künftig auch während der Saison geprüft.

Die 36 Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga müssen ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Zukunft auch während der laufenden Saison nachweisen. Diese Veränderung des Lizenzierungsverfahrens im deutschen Profifußball wurde auf der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes in Düsseldorf von den Vereinsvertretern verabschiedet. Demnach werden bereits in der kommenden Spielzeit die Klubs auch während der Saison stichprobenartig und in einem vereinfachten Verfahren geprüft.

Strafenkatalog beschlossen

Damit gleicht der Ligaverband sein Verfahren den Maßgaben der Europäischen Fußball-Union (Uefa) im Wesentlichen an. Bislang mussten die Klubs nur einmal vor einer jeweiligen Saison den Nachweis über ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im folgenden Spieljahr erbringen, während des laufenden Spielbetriebes wurde nicht mehr geprüft. Für Verstöße gegen die Auflagen wurde zugleich ein Strafenkatalog beschlossen, über dessen Einzelheiten aber nichts bekannt wurde. "Wir haben nun eines der modernsten und besten Lizenzierungsverfahren in Europa", meinten Ligaverbands-Präsident Werner Hackmann und sein "Vize" Wolfgang Holzhäuser unisono.

Zudem wurde in Düsseldorf Einigkeit darüber erzielt, wie die rund 18 Mill. Euro, die die Liga letztendlich durch die Abtretung der Ansprüche aus der Konkursmasse der Kirchpleite im Jahr 2002 an die Hypo-Vereinsbank erlöst hat, aufgeteilt werden. Dabei werden auch die Klubs berücksichtigt, die in den drei Spielzeiten 2001/02, 2002/03 und 2003/04 auf- bzw. abgestiegen sind.

Entscheidung über WM-Mill. erst 2007

"Dabei erhält der VfL Bochum ausnahmsweise mal mehr Geld als der FC Bayern", sagte Hackmann. Über die Verteilung der rund 29 Mill. Euro, die aus dem WM-Überschuss an die Liga geflossen sind, soll erst im Februar 2007 entschieden werden, da noch einige steuerliche und allgemeinnützige Fragen geklärt werden müssen.

Die Ligaversammlung einigte sich ferner darauf, die Aktivitäten im Ausland ab spätestens Ende 2007 zu verstärken. Geplant sind Turniere, Trainingslager oder Freundschaftsspiele der Vereine in z.B. China, den USA oder Indien. Die Deutsche Fußball Liga erhofft sich dadurch weitere Einnahmen, wie der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, versicherte.

Nike-Angebot "wirtschaftlich hochinteressant"

Angesprochen wurde in Düsseldorf auch, inwieweit ein möglicher Ausrüsterwechsel beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vom jahrzehntelangen Partner adidas zum US-Sportartikelgiganten Nike die Kassen der 36 Bundesligaklubs in Bundesliga und 2. Liga ab 2011 auffüllen kann. "Schließlich ist der Ligaverband mit 18 Prozent an diesen Einnahmen beteiligt", erklärte Hackmann.

Die derzeit relativ komfortable wirtschaftliche Lage könnte sich weiter verbessern, falls der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Angebot von Nike annimmt. Der Sportartikelgigant will ab 2 011 400 Mill. Euro für einen Acht-Jahres-Vertrag zahlen - zudem nach kicker-Informationen ein "Signing fee" in Höhe von 50 Mill. Euro, falls der DFB Ende 2010 die 50 Jahre währende Zusammenarbeit mit adidas beenden würde. adidas zahlt derzeit rund elf Mill. Euro pro Saison an den DFB. "Das ist wirtschaftlich hochinteressant", sagte Hackmann.

Zudem machten DFL und Ligaverband noch einmal deutlich, dass sie die geplante Fortsetzung des staatlichen Sportwetten-Monopols nicht akzeptieren. "Das ist ein entschädigungsloser Enteignungsprozess", kritisierte Hackmann, der sich noch einmal in den nächsten Tagen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff treffen will, um den Standpunkt der DFL und des DFB zu erläutern. Mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) habe man in dieser Frage weitgehend Einigung erzielt, wie Seifert berichtet.

Nicht nur aus diesem aktuellen Anlass beschloss die DFL, künftig auch am Sitz der EU in Brüssel sowie der Bundesregierung in Berlin eigene Büros einzurichten, um bei sportpolitischen Entscheidungen näher am Geschehen zu sein.

Abwarten beim Thema Telekom

Nur am Rande wurde über den rigiden Sparkurs der Deutschen Telekom gesprochen, die ihre Marketing-Ausgaben in Deutschland um 200 Mill. Euro reduzieren will und wovon auch die Liga betroffen werden könnte. "Wir müssen die Entscheidung der Telekom abwarten. Dann sehen wir weiter", so Hackmann.

Bis zum 31. Dezember dieses Jahres hat das Unternehmen Zeit, die Option zu ziehen, sein Engagement in der Liga fortzusetzen. Ab 2007/2 008 sollte eigentlich die Bundesliga für zwei Spielzeiten als "T-Com-Liga" firmieren. Dafür sollten pro Saison zehn Mill. Euro gezahlt werden.

© SID

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