Fußball Bundesliga
VfB und Bayern in Final-Stimmung

Am 30. Spieltag der 1. Bundesliga sollen einige spannende Fragen beantwortet werden: Wer leistet sich in der Endphase des Titelrennens den womöglich entscheidenden Fehltritt? Und: Wer verliert im brisanten Abstiegskampf der Bundesliga-Geschichte zuerst die Nerven? Wie enden die „Endspiele“ um die direkte Champions-League-Qualifikation zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München sowie um den Einzug in den Uefa-Cup zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Nürnberg? Es könnte bereits ein Wochenende der Vorentscheidungen werden.

dpa DÜSSELDORF. Vor allem die drei Titelanwärter FC Schalke 04, Stuttgart und Bayern München demonstrieren fünf Spieltage vor dem Saisonende der 1. Fußball-Bundesliga großes Selbstbewusstsein. „Wir gehen davon aus, dass keine der Top-Mannschaften mehr strauchelt. Aber wir sind stark genug, Energie Cottbus zu schlagen“, sagte Schalkes Mirko Slomka vor der Partie des Spitzenreiters gegen den Aufsteiger. Der 39-Jährige weiß aber auch um die Schwierigkeit, die am 20. Spieltag eroberte Tabellenführung bis zum 19. Mai zu verteidigen. Cottbus ist ein weiterer Prüfstein auf dem Weg zur angepeilten ersten deutschen Meisterschaft seit 1958. Slomka: „Das ist ein anderes Kaliber als zuletzt Mainz oder Gladbach.“ Vorsicht ist angebracht, denn immerhin holte Petrik Sanders Elf als sechstbestes Rückrunden-Team so viele Punkte (21) wie Werder Bremen und sogar einen mehr als Titelverteidiger FC Bayern.

Slomka hofft, dass sich die Verfolger Stuttgart (4 Punkte zurück) und München (6) beim Südgipfel im Daimlerstadion gegenseitig die Zähler abknöpfen. Dann würde aus dem momentanen Titel-Vierkampf ein Duell mit Werder Bremen. „Klar, dass uns ein Remis zwischen dem VfB und den Bayern am liebsten wäre“, meinte Slomka. Mladen Krstajic ist unabhängig vom Ausgang dieser Partie sicher, „dass wir noch fünf Siege brauchen. Dann kann uns keiner mehr einholen.“

Für die Schwaben und Bayern geht es zunächst darum, sich direkt für die lukrative Champions League zu qualifizieren. Vor allem für die seit zehn Jahren ununterbrochen in Europas Königsklasse vertretenen Münchner wäre Platz vier ein empfindlicher Rückschlag. Kein Wunder, dass vor dem brisanten Duell beide Seiten in die Psycho- Trickkiste greifen, um den Gegner zu verunsichern und das eigene Selbstbewusstsein zu schüren. „Wir sind in der Vergangenheit durch viele Stahlbäder gegangen. Das ist eine Stärke von uns“, betonte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Solch forschen Töne können die Schwaben nicht erschüttern. „Die Bayern haben schon immer viel erzählt“, konterte VfB-Trainer Armin Veh. Und Manager Horst Heldt sagte: „Diese Sprüche lassen uns kalt. Wir wissen um unsere eigenen Stärken.“

Im Schatten der Top-Spiele könnten ebenfalls Vorentscheidungen fallen. Die nach dem 4:0-Pokalsieg gegen Frankfurt euphorisierten Nürnberger wollen beim zuletzt kriselnden Tabellen-Nachbarn Bayer Leverkusen Platz fünf verteidigen. „Aber es ist noch kein Endspiel“, sagte FCN-Coach Hans Meyer. Selbst bei einer Niederlage sei der Kampf um die Uefa-Cup-Ränge nicht entschieden. Womöglich genügt gar Platz sechs zur Europacup-Qualifikation, falls der Pokalsieger (Nürnberg oder Stuttgart) in der Meisterschaft mindestens Fünfter wird.

Ganz andere Sorgen hat der Rest der Liga. Vom Abstieg bedroht sind alle Teams von Platz neun (Hamburger SV/35 Punkte) an bis zum wohl kaum noch zu rettenden „Schlusslicht“ Borussia Mönchengladbach (25). Für den Befreiungsschlag bleibt nicht viel Zeit. Ob Geheim-Training wie bei Borussia Dortmund (bei Hertha BSC) und Mainz 05 (beim HSV) oder ein Trainingslager in der Abgeschiedenheit des Emslandes wie bei Arminia Bielefeld (beim VfL Wolfsburg) die probaten Mittel sind, um letzte Reserven abzurufen und alle Kräfte zu bündeln? Eines ist für BVB-Coach Thomas Doll sicher: „In der Vorwoche hatten wir Glück, dass alles beim Alten geblieben ist. Aber das geht nicht immer gut.“

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