Fußball Champions-League
Deutsche TV-Sender kämpfen um Champions League

Die Ausschreibung der Champions-League-Rechte mit zwei statt einem Spiel im Free-TV stellt alle Sender vor eine neue Situation. Bis Dienstag muss eine Entscheidung fallen.

Die verblüffend rasche Ausschreibung der Champions-League-Rechte mit zwei statt einem Spiel im Free-TV stellt alle TV-Sender vor eine unerwartet aktuelle Entscheidungssituation. Bis Dienstag, so die erste Ausschreibung der Uefa-Vermarktungsgesellschaft Team, müssen Entscheidungen fallen.

Bei der ARD wird unterstrichen, dass man im Ringen um die nationalen Bundesliga-TV-Rechte nach wie vor nicht bereit sei, für weniger Rechte (fünf Bundesligaspiele statt sechs am Samstag in der zeitnahen Zusammenfassung/Sportschau) mehr Geld zu bezahlen. Über den eventuellen Ankauf von Live-Spielen war, um die Verhandlungsstrategie nicht zu enthüllen, nichts zu erfahren. ARD und ZDF haben bereits die Übertragungsrechte an Länderspielen und DFB-Pokal bis 2012 erworben. Champions League statt Bundesliga ist im Zusammenhang mit den Länderspielen eine mögliche Option.

"Eine Menge interessante Rechte auf dem Markt"

RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer wies auf die unübersichtliche Rechtelage hin und wollte seinen Sender deshalb nicht positionieren, sondern äußerte sich vorsichtig: "Es sind derzeit eine Menge interessanter Rechte auf dem Markt, die wir uns in aller Ruhe anschauen werden."

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz formulierte in Sport Bild online: "Die Champions League ist ein interessantes Produkt, über das es sich lohnt, nachzudenken." Gleichwohl geben die Quoten bei Sat.1, dem Champions-League-Sender der letzten Saison, ohne Bayern-Beteiligung zu denken. Grundsätzliches Interesse bekunden dennoch Sat.1, das bisher pro Spieltag eine Partie zeigte, und Pro Sieben. "Massenrelevante Rechte, die auch in den Kosten wirtschaftlich attraktiv sind, interessieren uns immer", erklärte Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler.

Bundesliga-Vermarkter Sirius sieht sich trotz der neuesten Entwicklungen am Markt nicht unter Druck. Ein Sprecher gab sich gelassen: "Wir glauben an die Werthaltigkeit des Produktes Bundesliga."

Bundesligaderbys spannender als Champions League

Ein Glaube, der durchaus begründet ist: Ohne Bayern München lagen die Marktanteile von Sat.1 an Champions-League-Übertragungen häufig unter den Erwartungen. Da zieht Dortmund - Schalke oder Gladbach - Köln mehr, zumal viele der eingefleischten Fans sowieso ein Pay-TV-Abo haben, also nur als Gelegenheitsseher einschalten.

Auch bei den Vereinen, die in der faktisch dreigeteilten Bundesliga traditionell nichts mit den europäischen Plätzen zu tun haben, sieht man die mögliche Abwanderung der Fernsehgelder - sollten deutsche Fernsehanstalten für Champions-League-Bilder im Free-TV mitbieten - nach Chelsea oder Manu mit einem weinenden Auge.

Ausgeschrieben wird außerdem ein Rechtepaket mit allen weiteren Begegnungen, für das die Uefa einen Sender im Pay-TV sucht. Der deutsche Anbieter Premiere hat bereits Interesse angemeldet. Da erstmals auch die dritte Qualifikationsrunde zur Champions League und der Super Cup zentral vermarktet werden, erhöht sich die Anzahl der Spiele in diesem Paket von 125 auf 146.

Geschätzt 70 Mill. Euro zahlt Premiere bislang pro Saison für die Champions-League-Rechte. Der Sender hält bisher die Rechte für Pay-TV und Free-TV. Dabei hat Premiere die 13 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen an Sat.1 sublizenziert. Dafür sollen rund 13 Mill. Euro von Sat.1 gezahlt worden sein.

© SID

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