Fußball-Champions-League
HSV legt in Moskau Blamage hin

Für den Hamburger SV droht der Ausflug in die Champions League zu einem Albtraum zu werden. Nach einer trostlosen Vorstellung bei ZSKA Moskau verloren die Hanseaten auch ihre zweite Begegnung in Gruppe G und gehen nach dem elften Pflichtspiel ohne Sieg schweren Zeiten entgegen.

HB MOSKAU. Vor 25 000 Zuschauern im Lok-Stadion erzielte der Brasilianer Dudu (59.) am Dienstagabend das Tor des Tages zum 1:0 (0:0)-Erfolg. Die Russen feierten damit ihren erst zweiten Sieg im siebten Heimspiel auf der großen europäischen Fußball-Bühne. Das Team von Trainer Thomas Doll dagegen präsentierte sich zwar engagiert, aber auch ängstlich und mutlos. Zu allem Überfluss sah kurz zuvor eingewechselte Benjamin Lauth vier Minuten vor dem Schlusspfiff eine umstrittene Rote Karte.

Kurz vor dem Spiel war eine Gruppe HSV-Fans im Moskauer Stadtzentrum von russischen Hooligans angegriffen worden, doch ernsthaft zu Schaden kam niemand. Eine Stunde lang durften die Hamburger Anhänger hoffen, dass auch ihr Team das erste Champions- League-Auswärtsspiel seit sechs Jahren zumindest mit einem Teilerfolg beenden würde. Doch die Moskauer, der UEFA-Cup-Sieger von 2005, kamen am Ende zu einem hochverdienten Erfolg. Nach dem 0:0 im Auftaktspiel beim FC Porto nutzten die Russen die Gunst der Stunde gegen den HSV, der seine erste Heimpartie gegen den letztjährigen Finalisten Arsenal London mit 1:2 verloren hatte.

Gegenüber dem 1:1 im Bundesliga-Nordderby gegen Werder Bremen hatte Doll sein Team auf zwei Positionen verändert. Für Torhüter Sascha Kirschstein, der gegen Arsenal eine umstrittene Rote Karte gesehen hatte, stand Stefan Wächter zwischen den Pfosten. Für U-21- Nationalspieler Piotr Trochowski rückte der Schweizer Raphael Wicky als zweiter „Sechser“ in die Startelf. Der HSV setzte ganz auf Sicherheit.

Dank der Millionen von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch, der schon Chelsea London zur europäischen Fußball-Topadresse gemacht hat, können die Russen mit Daniel Carvalho, Dudu, Wagner Love gleich auf drei brasilianische Nationalspieler bauen. Im ersten Europapokal- Spiel gegen eine deutsche Mannschaft gaben die Hausherren über weite Strecken den Ton an. Coach Waleri Gassajew hatte das Motto ausgegeben: „Ein Sieg gegen den HSV ist Pflicht.“

Im Stadion des Lokalrivalen Lokomotive hatte der siebenmalige russische Meister nach einer Viertelstunde die erste große Chance. Der Brasilianer Love zauberte im HSV-Strafraum, ehe der Kroate Ivica Olic mit einem Drehschuss aus sieben Metern den stark reagierenden Wächter prüfte. Ohne die verletzten Thimothee Atouba, Guy Demel und vor allem Spielmacher Rafael van der Vaart kamen die Hamburger einmal mehr nicht so richtig ins Spiel. Der als Hoffnungsträger gehandelte Argentinier Juan Pablo Sorin wurde sogar ausgewechselt. „Vor dem Tor fehlt uns die Durchschlagskraft“, sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in der Pause.

Die Moskauer überbrückten das Mittelfeld schneller und waren einen Tick gefährlicher. Kurz vor der Pause waren die Gäste erneut im Glück, als Dudu nach einem Eckball von Carvalho knapp das Tor verfehlte. Nach dem Wechsel drückten die Moskauer aufs Tempo, doch die HSV-Abwehr hielt zunächst. Doch nach einer neuerlichen Ecke von Carvalho kam Dudu frei zum Kopfball, Wächter war geschlagen. Danach setzte Doll alles auf eine Karte, brachte mit Trochowski, Paolo Guerrero und dem schon abgeschriebenen Lauth neue Angreifer, doch es nutzte nichts. Guerrero hatte mit einem Fernschuss die erste echte HSV-Chance neun Minuten vor dem Ende.

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