Fußball Champions-League
Königsblaue kämpfen um die Perspektive

Im zweiten Gruppenspiel will Schalke 04 den Fehlstart in der Champions League wieder korrigieren. Bei Außenseiter Rosenborg Trondheim muss heute unbedingt ein Sieg her, soll es in der "Königsklasse" weiter gehen.

Vor dem zweiten Gruppenspiel der noch jungen Champions-League-Saison steht Vizemeister Schalke 04 bereits ordentlich unter Druck. Im Gastspiel beim norwegischen Meister Rosenborg Trondheim ist heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) für die Königsblauen ein Sieg Pflicht, soll die Reise auf internationalem Parkett auch nach der Winterpause weitergehen. Mit einer Niederlage in Trondheim, nur 300 Kilometer vom Polarkreis entfernt, wäre selbst der Uefa-Cup im neuen Jahr gefährdet.

Ungemütlicher Empfang im hohen Norden

"Wir müssen drei Punkte einfahren, damit wir weiter eine Chance haben", sagte Manager Andreas Müller vor dem 95. Europapokalspiel des Vizemeisters, der von grauen Wolken und Temperaturen unter zehn Grad beim nördlichsten Europacup-Teilnehmer empfangen wurde. Und Trainer Mirko Slomka ergänzte: "Wir wollen endlich gewinnen in der Champions League. Wir haben diesen Druck, weil wir Zweiter werden wollen. Deshalb müssen wir auf jeden Fall etwas mitnehmen."

Nach dem 0:1-Fehlstart gegen den FC Valencia suchen die Gelsenkirchener noch nach dem richtigen Rezept für die "Königsklasse". Sie schwanken zwischen dosierter Offensive, die gegen die Spanier allerdings erfolglos blieb, und dem Power-Fußball, den sie derzeit in der Bundesliga spielen.

Valencia als Vorbild nehmen

"Wir müssen uns Valencia als Vorbild nehmen", meinte Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic und empfahl eher das abwartende Taktieren: "Die Räume eng machen und dem Gegner keinen Platz zum Atmen geben. So spielt man in Europa." Auch Müller empfand den Ansatz gegen Valencia nicht als falsch: "Wie Otto Rehhagel sagt: kontrollierte Offensive." Allerdings müsse man die wenigen Torgelegenheiten, die sich bieten, auch konzentriert nutzen: "Chancen kriegst du nicht im Minutentakt."

Gerade die mangelnde Effektivität vor dem gegnerischen Tor ist aber trotz der Erfolgsserie in der Bundesliga das Hauptproblem der Schalker. Im Schnitt nur jede fünfte Chance führt zu einem Treffer - zu wenig, um in der Champions League eine ernsthafte Konkurrenz für die Großen zu sein.

Kuranyi: "Stärken ausspielen"

Kevin Kuranyi will indes nach den drei Siegen in sieben Tagen das Schalker Bundesliga-Gesicht auch im Europacup aufsetzen. "Wir haben gezeigt, dass wir zu den Topmannschaften gehören, jetzt müssen wir das auch in der Champions League tun", forderte der Torjäger: "Wir müssen unsere Stärken ausspielen, unser Spiel zeigen - so wie in der Bundesliga und nicht wie gegen Valencia."

Dem Duell mit dem norwegischen Rekordmeister und Stammgast in der Königsklasse kommt deshalb vorentscheidende Bedeutung zu, weil danach zweimal Topfavorit FC Chelsea (am 24. Oktober und 6. November) der Gegner ist. Selbst der Trostpreis Uefa-Cup wäre bei einer Pleite in Trondheim schon in Gefahr, denn der vermeintlich schwächste Gegner hätte dann bereits vier Punkte Vorsprung.

Pander muss passen - "Ausgezeichneter" Höwedes vor Debüt

Ausgerechnet in diesem richtungweisenden Spiel muss Trainer Mirko Slomka, der nach seiner Uefa-Sperre wieder auf der Bank sitzt, auf Nationalspieler Christian Pander verzichten. Für den 24-Jährigen, der wegen eines Blutergusses im Oberschenkel und einer Grippe passen muss, gibt der 19-jährige Benedikt Höwedes sein Debüt bei den Profis. Der beste Nachwuchsspieler seiner Altersklasse, jüngst vom DFB ausgezeichnet, genießt Slomkas "totales Vertrauen", auch wenn der linke Platz in der Viererkette für den Rechtsfuß nicht die ideale Position ist: "Er ist sehr intelligent, ruhig und gelassen, außerordentlich ballsicher und vor allem schnell."

Gewarnt ist Schalke vor dem Auftritt im Lerkendal vor allem wegen des überraschenden 1:1 der Norweger in London. "Das zeigt, dass jeder in der Champions League sehr, sehr hohe Qualität hat", sagte Müller. Rosenborg, schon zum 18. Mal im Landesmeister-Cup, hat allerdings seit 2001 zu Hause nicht mehr in der Königsklasse gewonnen. Andererseits hat der 20-malige Meister vor eigenem Publikum auch noch nie gegen einen deutschen Klub verloren: Gegen Borussia Dortmund (2:2) und Bayern München (zweimal 1:1) gab es immer Unentschieden.

Enttäuschend ist bislang die Saison in der heimischen Tippeligaen verlaufen. Nach der 3:4-Pleite am Sonntag in Fredrikstad rutschte Rosenborg auf den siebten Tabellenplatz ab - 16 Punkte hinter Tabellenführer Brann Bergen.

© SID

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