Fußball Champions-League
Pflichtaufgaben für deutsche Klubs bei CL-Premiere

In der neu geschaffenen Champions League müssen die Damen von Turbine Potsdam, Bayern München und FCR Duisburg jeweils weit reisen, um den Grundstein für das Achtelfinale zu legen.

Drei Klubs, ein Ziel: Wenn der deutsche Frauen-Meister Turbine Potsdam, Vizemeister Bayern München und Uefa-Cup-Gewinner FCR Duisburg heute in der ersten Hauptrunde der neu geschaffenen Champions League antreten, dann haben alle drei Vereine bereits das Achtelfinale im Visier. Schließlich gehen die deutschen Vertreter als klare Favoriten in die Hinspiele.

Dabei müssen alle drei Bundesligisten vor den Rückspielen am 7. Oktober auswärts den Grundstein für das Erreichen der nächsten Runde legen. Potsdam tritt beim finnischen Meister FC Honka Espoo an. Die Bayern müssen sich beim ungarischen Meister Victoria FC Szombathely beweisen (beide Partien um 18.00 Uhr). Die Duisburgerinnen, die trotz der Reform des Wettbewerbs als Cup-Verteidigerinnen antreten, laufen beim weißrussischen Meister WFC Witebsk auf (18.30 Uhr).

Nationalspielerin Bresonik reist nicht mit nach Minsk

"Spielerisch sind wir sicher besser, aber Witebsk wird alles in die Waagschale werfen, um kämpferisch dagegenzuhalten. Wir müssen viel konzentrierter spielen als zuletzt gegen Tennis Borussia Berlin in der Bundesliga", sagte FCR-Trainerin Martina Voss, die mit ihren Schützlingen bereits am Montagmorgen um 6.35 Uhr von Düsseldorf nach Minsk geflogen ist. Dabei fehlte allerdings Nationalspielerin Linda Bresonik, die aufgrund eines Todesfalles in der Familie die Reise nicht mit antrat.

Die restlichen 150 Kilometer nach Witebsk legten die Duisburgerinnen, deren Trainerin trotz des 4:1 gegen Berlin am Sonntag und trotz des Hattricks von EM-Torschützenkönigin Inka Grings nicht mit der Vorstellung gegen den Aufsteiger einverstanden war, mit dem Bus zurück.

Schröder fordert einen Sieg

Im Gegensatz zum FCR reiste die Potsdamer Delegation erst am Dienstag nach Finnland. Ein Tag zum Akklimatisieren sollte nach Ansicht von Trainer Bernd Schröder allerdings reichen. "Wir wollen die Grundlage legen, um sorglos ins Achtelfinale einzuziehen", sagte Schröder: "Das bedeutet klipp und klar einen Sieg. Wir sind Favorit, auch wenn mein Team noch nicht eingespielt ist."

Allerdings müssen die "Torbienen" auf Isabel Kerschowski verzichten, die Potsdam aufgrund eines Risses des vorderen Kreuzbandes mehrere Monate fehlen wird. Die 21-Jährige hatte sich die Verletzung im Bundesligaspiel am vergangenen Wochenende beim 5:0 von Turbine gegen den SC Freiburg ohne Fremdeinwirkung zugezogen. Am Dienstag wurde die Schwere der Verletzung bei einer Untersuchung durch Potsdams Mannschaftsarzt Michael Lehnert festgestellt.

Madrid ist das Ziel

Für die Brandenburgerinnen soll dennoch das Achtelfinale, das am 4. und 11. November ausgetragen wird, nur eine Zwischenstation zum ganz großen Triumph werden. Der Uefa-Cup-Sieger von 2005, bei dem U17-Europameisterin Anna Felicitas Sarholz für die verletzte Torhüterin Desiree Schumann zwischen den Pfosten stehen wird, will unbedingt ins Finale am 20. Mai in Madrid. Dieses Ziel wurde schon bei der Meisterfeier von den Spielerinnen ausgegeben.

Das Spiel in Finnland hat zudem noch eine Kuriosität am Rande zu bieten: Bei den Finninnen wird die Potsdamerin Josefine Hollop auflaufen. Die Schülerin gewann mit dem Turbine-Internat im April die Schul-Weltmeisterschaft, lernte dort eine finnische Spielerin kennen und nutzt diese Freundschaft nun zu einem Schulaustausch.

München muss zehn Spielerinnen ersetzen

Freundschaftlich wollen es dagegen die Bayern in Ungarn nicht angehen. Der Europacup-Neuling, der als einziges deutsches Team durch die Qualifikation musste, möchte ebenfalls ins Achtelfinale. Dafür setzte sich das Team am Dienstag sieben Stunden in den Bus. Neben den Reisestrapazen muss die Mannschaft von Trainer Günter Wörle allerdings den Ausfall von zehn verletzten Spielerinnen - darunter Europameisterin Melanie Behringer (Fersenverletzung) - verkraften.

© SID

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