Fußball Champions League
Schalker Betriebsausflug ins Wunderland

Schalke spielt heute Abend in der Champions League gegen den AC Mailand an der der Stätte seines größten Triumphes und hofft auf Wunder Nummer zwei.

HB GELSENKIRCHEN. Hannover 96 hat es vorgemacht. Wer einen neuen Trainer braucht, kann ihn knapp vier Stunden nach dem Rauswurf des alten haben. So jedenfalls lautet die offizielle Version des Personalwechsels von Ewald Lienen zu Peter Neururer. Der FC Schalke hat also überhaupt keine Eile. Es ist Nikolaustag, und der Vertrag von Trainer Ralf Rangnick endet erst am 30. Juni 2006.

Nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Bundesligaspielen und vor der entscheidenden Partie heute Abend in der Champions League beim AC Mailand mutet es ohnehin seltsam an, dass die Diskussionen um die Planstelle des Trainers hohe Wellen schlagen. Manager Rudi Assauer trägt dazu einen gehörigen Teil bei. Er wisse nicht, ob im Winter eine Entscheidung über eine Verlängerung des Vertrages falle: „Wir haben keinen Druck.“ Mit dieser Aussage hätte Rangnick, der „momentan keine Kapazitäten hat, mir darüber Gedanken zu machen“, gut den Flug nach Mailand antreten können. Doch Assauer schob am Samstag nach dem 1:0-Sieg bei Arminia Bielefeld noch einmal nach: „Ob ein Spieler kommt oder bleibt, hängt von Schalke ab. Nicht davon, ob ein Trainer Müller, Meier oder Schulze heißt.“ Mit solchen Spitzen demontiert der Manager den Trainer seit Monaten schleichend.

Dass Assauer und Rangnick vollkommen anders ticken, ist beileibe kein Geheimnis. Und: Assauer will Rangnick nicht. Der Trainer aber will bleiben. Schalke ist genau die richtige Stelle, um seinen großen Ehrgeizig zufrieden zu stellen. Die einzige Möglichkeit für Rangnick, sich auch für Assauer unentbehrlich zu machen, ist großer sportlicher Erfolg. In der Bundesliga ist der dritte Platz zumindest noch in Sichtweite, im Stadion Giuseppe Meazza geht es heute um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League – oder die Degradierung in den Uefa-Cup. Letzteres tritt ein, wenn Schalke nur den dritten Platz belegen sollte. Das wäre finanziell zwar kein allzu großer Schaden, würde aber bei der Analyse über Rangnicks Arbeit in der Winterpause auf der Minusseite stehen.

Der Trainer steht beim AC Milan vor der größten Herausforderung seiner Zeit beim FC Schalke, die im September 2004 begann. Doch er versprühte gestern Optimismus: „Warum sollte uns nicht das zweite Wunder gelingen?“, sagte er in Anspielung auf den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. 1997 hatte Schalke im gleichen Stadion Inter Mailand im Elfmeterschießen besiegt und überraschend den Uefa-Pokal gewonnen.

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