Fußball Champions-League
Van Gaal: "Wir sind noch nicht raus"

Nach der 0:2-Heimpleite in der Champions League herrscht bei Bayern München Katerstimmung. "Wir sind noch nicht raus", zeigt sich Louis van Gaal im Interview aber kämpferisch.

Das 0:2 im Champions-League-Heimspiel gegen Girondins Bordeaux markierte wohl den Tiefpunkt der Saison bei Rekordmeister Bayern München. Obwohl die Kritik an ihm lauter wird, gibt sich Trainer Luis van Gaal weiter kämpferisch. Der 58-Jährige stellte sich nach der enttäuschenden Pleite zum Interview.

Frage: "Louis van Gaal, wie haben Sie nach dem 0:2 gegen Girondins Bordeaux geschlafen und wie haben Sie die Niederlage aufgearbeitet?"

Louis van Gaal: "Ich habe nicht gut geschlafen, die Spieler auch nicht. Ich habe wie immer mit der Mannschaft am Mittwoch eine Nachbesprechung gemacht und die Fehler angesprochen. Es ist wichtig, dass wir den Fokus schnell wieder auf das Spiel gegen Schalke am Samstag richten. Das ist das wichtigste Thema."

Frage: "Wird es besondere Maßnahmen geben, sind Sie vielleicht bei der Sitzung besonders laut geworden?"

Van Gaal: "Laut passt zu einer emotionalen Ansprache aber nicht zu einer Nachbesprechung. Ich habe den Spielern, die gegen Bordeaux im Kader standen, mit Ausnahme von Arjen Robben, am Donnerstag trainingsfrei gegeben. Ich denke, dass das besser ist. Die Spieler müssen den Kopf frei bekommen."

Frage: "Wie haben Sie Ihre Mannschaft gegen Bordeaux gesehen?"

Louis van Gaal: "Das Resultat ist sehr schlecht für uns, aber wir waren auch nicht gut genug. Es war nicht unser bestes Spiel. Das aber braucht man, um in der Champions League weiterzukommen. Wir hatten zwar Chancen, waren aber unglücklich. "

Frage: "Wie erklären Sie sich so eine Leistung?"

Van Gaal: "Wir können einen französischen Meister nicht einfach wegspielen. Wir wissen auch, dass uns im Moment die Kreativität fehlt, wenn Robben und Ribery nicht dabei sind. In der Champions League entscheiden zudem Kleinigkeiten. Einmal ging der Ball an den Pfosten, einmal hat der Schiedsrichter ein Handspiel nicht gepfiffen, vor dem 0:1 dafür einen Freistoß gegen uns. Aber ein Bayern München von van Gaal muss so stark sein, dass die Umstände das Team nicht so beeinflussen können, dass wir schlecht spielen."

Frage: "Was hat gegen Bordeaux noch gefehlt?"

Van Gaal: "Wir haben die Ordnung behalten, gekämpft, wenig Chancen zugelassen und viele Chancen kreiert - aber wir haben kein Tor geschossen. In einem Spitzenspiel ist es immer wichtig, Tore zu erzielen. Das haben wir nicht geschafft."

Frage: "Bordeaux-Trainer Laurent Blanc hat nach dem Spiel gesagt, dass den Bayern derzeit das Selbstvertrauen fehlen würde. Teilen Sie seine Meinung?"

Van Gaal: "Ich weiß nicht, warum er das gesagt hat. Nach so einem Spiel ist es immer einfach, das zu behaupten. Wir haben in den letzten sieben oder acht Spielen 17 Punkte geholt, haben in der vergangenen Woche 4:0 in Frankfurt gewonnen und dafür sehr gute Kritiken bekommen. Ich weiß nicht, wie er darauf kommt."

Frage: "Können Sie die Pfiffe der Fans verstehen?"

Van gaal: "Wir müssen besser spielen, wir machen die Fehler, nicht das Publikum."

Frage: "Glauben Sie noch an einen Einzug ins Achtelfinale?"

Van Gaal: "Wir sind noch nicht raus, wir haben noch eine kleine Chance. Aber wir sind abhängig von Bordeaux und Juventus Turin. Das ist für Bayern München nicht gut, abhängig von anderen Klubs zu sein. Wir müssen aber auch erst unsere beiden Spiele gewinnen. Haifa ist kein schlechter Gegner, in Turin müssen wir alle in bester Form sein - das waren wir gegen Bordeaux nicht."

Frage: "Befürchten Sie nun, dass es beim FC Bayern wieder sehr unruhig werden könnte oder dass sogar Ihr Job in Gefahr ist?"

Van Gaal: "Das ist für mich kein Thema. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Wenn der FC Bayern verliert, herrscht immer Unruhe. Das weiß ich. Aber wir müssen weitermachen, ich muss die Spieler begleiten und schützen. Ich habe in der Kabine zu den Spielern gesagt, dass das Leben weiter geht."

© SID

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