Fußball DFB
DFB beantragt neunmonatige Sperre gegen Zwayer

Der DFB-Kontrollausschuss hat beim DFB-Sportgericht Anklage gegen Schiedsrichter Felix Zwayer erhoben. Für sein Mitwirken im Wettskandal soll der Berliner rückwirkend für neun Monate gesperrt werden.

Schiedsrichter Felix Zwayer soll nach dem Willen des Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rückwirkend gesperrt werden. Im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals erhob der Kontrollauschuss am Mittwoch beim DFB-Sportgericht Anklage gegen den Referee und forderte für den Berliner eine Sperre von neun Monaten. Die Sperre würde rückwirkend Ende Januar 2005 beginnen und wäre damit bereits abgelaufen. Seit dieser Zeit war der Referee wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht mehr angesetzt worden. Zwayer kann sich jetzt schriftlich zu der beantragten Sperre äußern, danach entscheidet das Sportgericht unter Vorsitz von Rainer Koch (Poing) über das weitere Vorgehen.

Zwayer wird vorgeworfen, er habe in Absprache mit dem inzwischen vom Landgericht Berlin wegen Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilten Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer eingewilligt, im Regionalliga-Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und den Amateuren von Werder Bremen am 30. April 2004 fehlerhafte Entscheidungen zu Gunsten des WSV zu treffen und dafür 300 Euro erhalten zu haben.

Zwayer hat bisher diese Vorwürfe bestritten. Seine Aussagen seien nach Meinung des Kontrollausschusses jedoch durch die Angaben von Hoyzer und des ebenfalls verurteilten Drahtziehers Ante Sapina bei der Staatsanwaltschaft Berlin glaubhaft widerlegt. Das Verfahren gegen Zwayer vor dem Landgericht Berlin wurde von der Staatsanwaltschaft "unter Berücksichtigung von nicht unerheblichen Bedenken" wegen geringer Schuld eingestellt, der DFB will den Berliner aber jetzt wegen einer schwerwiegenden Verletzung seiner Neutralitätspflicht belangen.

"Wegen des begangenen unsportlichen Verhaltens ist eine empfindliche Strafe zu verhängen, da Felix Zwayer durch sein Fehlverhalten die als Schiedsrichter-Assistent obliegende Pflicht zur neutralen Ausübung seiner Schiedsrichter-Tätigkeit in grober Weise verletzt hat", meinte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert, der Zwayer allerdings zugute hält, zu Beginn des sportgerichtlichen Verfahrens im Wettskandal "durch seine Aussagen zur Aufklärung des Sachverhalts maßgeblich mit beigetragen" zu haben.

© SID

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