Fußball DFB
DFB und DFL gemeinsam gegen Gewalt

Der DFB und die DFL wollen im Kampf gegen Gewalt zukünfitg intensiver kooperieren. Für Ende März ist ein "Runder Tisch" zu dem Thema geplant.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollen in Zukunft im Kampf gegen Gewalt im Fußball noch weitreichender kooperieren. Das ist das Ergebnis eines Meinungsaustauasches von Vertetern des DFB und der DFL mit verschiedenen Innen- und Sportministern. "Es war ein konstruktives Gespräch, in dem deutlich geworden ist, dass DFB und DFL einerseits bereits eine Menge gegen Gewalt am Rande von Fußballspielen tun, wir dieses Problem andererseits aber nur weiter in den Griff bekommen, wenn alle Beteiligten noch enger zusammenarbeiten", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach dem rund 90-minütigen Gespräch in Frankfurt.

"Runder Tisch" erster wichtiger Schritt

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass die Initiative von Ligapräsident Reinhard Rauball, einen "Runden Tisch" zu diesem Thema auszurichten, ein erster wichtiger Schritt zur gemeinsamen Arbeit gegen Gewalt bei Fußballspielen ist. Auf Einladung der DFL werden daher DFB, DFL und Vertreter der Innenminister- und Sportministerkonferenz sowie der Fanszene voraussichtlich im März mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere über eine Verbesserung im Vorgehen gegen gewaltbereite Anhänger beratschlagen.

"Wir werden alles daran setzen, dass es uns gemeinsam gelingt, das Gewaltpotenzial bei Fußballfans weiter herunterzufahren", sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Neben Mäurer nahmen an dem Gespräch von seiten der Politik Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie als Vorsitzender der Sportministerkonferenz (SMK) sowie die Innenminister Ingo Wolf (Nordrhein-Westfalen) und Uwe Schünemann (Niedersachsen) teil. Der DFB wurde neben Zwanziger durch Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Sicherheitsexperte Helmut Spahn, die DFL durch Geschäftsführer Holger Hieronymus vertreten.

Als Vorbereitung auf den "Runden Tisch" sollen in gemeinsamen Arbeitsgruppen verschiedene Themenbereiche detailliert vorbereitet werden. Dazu gehören unter anderem die Intensivierung der Abstimmung zwischen DFL, DFB und IMK bei der Spielplangestaltung in den ersten vier Ligen, die Initiierung einer gemeinsamen Präventionskampagne von DFB, DFL und der IMK zum Thema Gewalt, Maßnahmen zum kontrollierten Kartenverkauf an Auswärtsfans bei Risikospielen und zur Sanktionierung von Gewalttätern sowie zur Entlastung der Sicherheitsbehörden.

Polizeigewerkschaft fordert finanzielle Beteiligung des Fußballs

Die Polizeigewerkschaft fordert seit langem eine finanzielle Beteiligung des Fußballs an ihren Einsätzen. Darüber wurde am Montag aber nicht gesprochen. "Denn als Grundlage für das Gespräch diente der Beschluss, den die Innenminister und-senatoren bei ihrer Konferenz Anfang Dezember in Bremen gefasst haben. Und in diesem taucht dieses Thema nicht auf", sagte Niersbach, der die öffentliche Diskussion über dieses Thema als "leider oft sehr populistisch" bezeichnete: "Es werden einige Fakten einfach nicht genannt und somit eine Stimmungslage geschaffen, die Gewalt am Rande von Fußballspielen als Hauptaufgabengebiet der Polizei in Deutschland erscheinen lässt."

Die Zahl der Polizisten, die bei Fußballspielen im Einsatz wären, liege unter einem Prozent, sagte Niersbach. Den Kosten von rund 65 Mill. Euro stünden aber Steuerzahlungen von DFB und DFL von 700 Mill. Euro gegenüber. Eine Versachlichung der Diskussion sei man auch den Fans schuldig, meinte der DFB-Generalsekretär: "Denn über 99 Prozent sind absolut friedfertig und positiv."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%